Teil von: Garnelenarten im Überblick — Von Neocaridina bis Caridina

Blue Rili Garnele

Blue Rili: seltene Rili-Variante mit rot-blauem Kontrast aus der roten Linie. Tipps zu Haltung, Wasserwerten und Zucht-Selektion.

Steckbrief — Blue Rili Garnele
GrößeMännchen ~2 cm, Weibchen 2-3 cm
Lebensdauer1,5-2 Jahre
Beckengrößeab 10 Liter (20L empfohlen)
Temperatur18-25°C
pH-Wert6,5-8,0
Gesamthärte (GH)6-15°dGH
Karbonathärte (KH)3-10°dKH

Aussehen & Grading

Die Blue Rili kombiniert das klassische Rili-Muster mit einem blauen Schimmer in der transparenten Mittelzone. Kopf und Schwanzbereich zeigen rotes Pigment, während der mittlere Körperabschnitt nicht einfach durchsichtig ist, sondern einen deutlichen Blaustich aufweist. Dieser Effekt entsteht durch Crustacyanin-Pigmente im Gewebe — ähnlich wie bei der Blue Jelly, nur eben auf den Rili-Bereich beschränkt.

Blue Rili Garnele mit rotem Kopf, blau schimmernder Mitte und transparenten Beinen Blue Rili Garnele: Aussehen & Grading

Hochwertiges Grading erfordert einen klaren Kontrast: Das Rot an Kopf und Schwanz muss deckend sein, der blaue Mittelteil gleichmäßig. Tiere mit verwaschenem Übergang oder fleckigem Blau gelten als geringer eingestuft. Die schönsten Exemplare wirken fast dreifarbig: rot, blau und die transparenten Beinchen dazwischen.

Haltung & Einrichtung

Blue Rili stellen als Neocaridina keine besonderen Ansprüche an die Haltung. Wie alle Neocaridina davidi kommen sie mit dem üblichen Parameterfenster bestens zurecht. Ein Becken ab 20 Litern mit Moos, Schwammfilter und regelmäßigen Wasserwechseln genügt vollkommen.

Blue Rili Garnele: Haltung & Einrichtung

Optisch kommen Blue Rili auf dunklem Grund am besten zur Geltung. Der Kontrast zwischen den roten Enden und der blauen Mitte wirkt besonders schön vor schwarzem Soil. Auch seitliches Licht betont den Blaueffekt stärker als direkte Beleuchtung von oben. Im Gesellschaftsbecken gehen die zarten Farbnuancen manchmal unter — ein Artenbecken oder zumindest ein ruhiges Becken ohne hektische Beifische ist die bessere Wahl für alle, die die Optik genießen wollen.

Zucht & Genetik

Blue Rili gehört genetisch zur roten Linie — das ist wichtig zu wissen, denn trotz des Blauanteils ist sie kein Abkömmling der schwarzen/blauen Linie. Sie ist eine Zwischenform zwischen Red Rili und Blue Jelly: mehr Blau als die Red Rili, aber noch mit deutlichen roten Bereichen, die bei Blue Jelly fehlen.

Blue Rili Weibchen von oben — rote Enden, blau schimmernde Mitte, Eier durchscheinend sichtbar

Die Zucht erfordert gezielte Selektion. In jedem Wurf fallen Tiere, die entweder zu viel Rot zeigen (Richtung Red Rili) oder zu wenig (Richtung Blue Jelly). Nur Tiere mit dem gewünschten Gleichgewicht sollten weiter züchten. Kreuzt man Blue Rili mit anderen Varianten der roten Linie, entstehen Mischlinge mit unvorhersehbaren Farbverteilungen. Für stabile Ergebnisse ist Linientreue entscheidend.

Häufige Verwechslungen

Blue Rili werden gelegentlich mit Blue Carbon Rili verwechselt. Der Unterschied ist die Linienzugehörigkeit: Blue Rili hat rote Farbbereiche und gehört zur roten Linie, Blue Carbon Rili hat schwarze bzw. sehr dunkelblaue Farbbereiche und gehört zur schwarzen Linie. Eine Kreuzung beider ergibt Mischfarben und ist nicht ratsam.

Auch die Abgrenzung zur Red Rili kann im Einzelfall schwierig sein. Manche Red Rili zeigen ebenfalls einen leichten Blaustich in der Mitte — ob man das als Blue Rili oder als Red Rili mit Blauschimmer bezeichnet, ist im Hobby nicht einheitlich definiert. In der Praxis gilt: Wenn der Blaustich deutlich und gleichmäßig ist, spricht man von Blue Rili. Wenn er nur angedeutet ist, bleibt es eine Red Rili.

Mehr zu dieser und anderen Farbvarianten findest du in der Garnelenarten-Übersicht.

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