Garnelenarten im Überblick — Von Neocaridina bis Caridina

Alle Garnelenarten im Überblick: Neocaridina, Caridina, Amano und mehr — mit Haltungsansprüchen und Tipps.

Inhaltsverzeichnis

Neocaridina davidi — die Einsteigerart

Wenn Leute „Garnelen" sagen, meinen sie in 90 % der Fälle Neocaridina davidi. Und das aus gutem Grund: Diese Art ist robust, farbenfroh, vermehrt sich wie von selbst und verzeiht Anfängerfehler, an denen andere Arten eingehen würden.

Garnelenarten im Überblick — Von Neocaridina bis Caridina: Neocaridina davidi — die Einsteigerart

Alle Neocaridina-Farbvarianten gehören zur selben Spezies. Red Fire, Blue Dream, Yellow Fire, Orange Sakura — genetisch die gleiche Garnele, nur durch jahrelange Selektion in verschiedene Farbrichtungen gezüchtet.

Das bedeutet zwei Dinge: Erstens, die Haltung ist bei allen identisch. Zweitens, sie kreuzen sich untereinander. Wer Red Fire und Blue Dream ins selbe Becken setzt, hat nach drei Generationen Wildtyp-braune Tiere. Nicht schlimm, wenn man es weiß — ärgerlich, wenn nicht.

Wasserwerte für alle Neocaridina:

  • pH: 6,5–8,0
  • GH: 6–15 °dGH
  • KH: 3–10 °dKH
  • Temperatur: 18–28 °C (ideal: 20–24 °C)
  • Normales Leitungswasser passt in den meisten deutschen Regionen

Schwierigkeit: Anfänger. Perfekt zum Starten. Und selbst erfahrene Halter kommen immer wieder auf Neocaridina zurück — weil sie einfach funktionieren.

Wie viele Farbvarianten gibt es?

Aktuell gibt es über 30 etablierte Varianten, Tendenz steigend. Züchter weltweit arbeiten ständig an neuen Farbschlägen und experimentieren mit Kreuzungen. Die letzten Jahre haben Varianten wie Bloody Mary (Tiefrot aus dem Gewebe), Green Jade (moosgrün, fast surreal) und diverse Rili-Muster hervorgebracht.

Die Farbvarianten lassen sich in Farblinien einteilen. Das ist genetisch relevant: Innerhalb einer Linie kannst du problemlos kreuzen. Zwischen verschiedenen Linien bekommst du Wildtyp-Rückschläge (braune Tiere). Welche Variante zu welcher Linie gehört, erfährst du in den folgenden Abschnitten.

Die rote Linie — von Cherry bis Painted Fire Red

Rot ist die beliebteste Farbe bei Neocaridina, und die rote Linie hat die meisten Abstufungen. Von blass-rot bis tiefrot-deckend gibt es alles.

Rote Neocaridina in vier Grading-Stufen: Cherry, Sakura, Fire Red und Painted Fire Red

Red Fire / Red Cherry — Der Klassiker. Leicht transparent, Beine oft nicht komplett durchgefärbt. Günstig (1-2 Euro), überall verfügbar, perfekt zum Einstieg. Nicht die spektakulärste Optik, aber zuverlässig und unkompliziert.

Red Sakura — Eine Stufe intensiver. Bessere Deckung, weniger Transparenz. Preislich bei 2-3 Euro. Für die meisten Halter der Sweetspot zwischen Preis und Farbe.

Painted Fire Red (PFR) — Komplett durchgefärbt, auch Beine und Schwanzfächer. Keine transparenten Stellen. Das, was viele sich unter „roten Garnelen" vorstellen. Kostet 3-5 Euro.

Red Rili — Rot mit transparentem Mittelstück. Sieht aus wie eine rote Garnele, bei der jemand die Mitte mit dem Radiergummi bearbeitet hat. Gezielt gezüchtet, kein Fehler.

Wichtig: Bloody Mary und Red Onyx sehen zwar rot aus, gehören aber genetisch zur schwarzen Linie — beide wurden aus der Schoko-Sakura herausgezüchtet, nicht aus Red Fire. Bloody Marys tiefes Weinrot kommt aus dem Gewebe unter dem Panzer, Red Onyx ist fast bordeaux-schwarz. Wer diese Varianten mit Red Fire oder Red Sakura kreuzt, bekommt Wildtyp-Rückschläge. Beide gehören zu Blue Dream, Black Sakura und Carbon Rili — nicht in die rote Linie.

Red Fire, Red Sakura, Painted Fire Red und Red Rili können ohne Risiko miteinander verpaart werden — sie gehören zur selben roten Farblinie. Die Nachkommen variieren in der Deckung, aber es kommen keine Wildtyp-Rückschläge.

Welche rote Variante kaufen?

Für den Einstieg: Red Sakura. Gute Farbe zum fairen Preis. Wer bereit ist, etwas mehr auszugeben und maximale Deckung will: Painted Fire Red. Wer etwas Besonderes sucht und bereit ist, die schwarze Linie separat zu halten: Bloody Mary — die sehen im Becken wirklich anders aus als normale Rote, weil die Farbe tiefer im Gewebe liegt.

Red Fire als günstigste Option haben einen Nachteil: Die Deckung ist oft dünn, besonders an den Beinen. Wenn du dann selektiv züchtest, dauert es ein paar Generationen länger, bis du eine gleichmäßig durchgefärbte Linie hast. Startest du direkt mit Sakura oder PFR, bist du genetisch weiter vorn.

Die rote Linie auf dunklem Boden:

Ein Tipp, der simpel klingt, aber den Unterschied macht: Rote Garnelen auf schwarzem oder dunkelbraunem Kies leuchten spektakulär. Auf hellem Sand wirken dieselben Tiere blass und verwaschen. Der Bodengrund bestimmt, wie deine Garnelen optisch wirken — manchmal mehr als das Grading selbst. Eine Red Sakura auf schwarzem Lavastein sieht im Becken besser aus als eine teurere PFR auf hellem Quarzsand.

Weiterlesen: Red Fire / Red Cherry Garnele

Blau, schwarz und schokobraun — die dunkle Linie

Die dunklen Neocaridina sind optisch oft die spektakulärsten. Tiefes Blau, sattes Schwarz oder warmes Schokobraun — auf dunklem Bodengrund absolute Hingucker.

Dunkle Neocaridina-Farbvarianten: Blue Dream, Black Rose und Schoko nebeneinander

Blue Dream — Intensives, deckiges Blau. Einer der beliebtesten Farbschläge überhaupt. Sieht auf schwarzem Kies umwerfend aus. Genetisch aus der dunklen Linie, eng verwandt mit Black Sakura.

Blue Diamond — Noch intensiver als Blue Dream, fast schon dunkelblau. Selektiert auf maximale Deckung. Schwer von sehr guten Blue Dream zu unterscheiden.

Blue Jelly — Achtung, Verwechslungsgefahr! Blue Jelly sieht blau aus, gehört aber genetisch zur roten Linie — sie wurde aus Blue Rili herausgezüchtet, die wiederum von Red Rili abstammen. Blue Dream dagegen gehört zur schwarzen Linie. Wer Blue Jelly mit Blue Dream kreuzt, bekommt Wildtyp. Immer getrennt halten!

Black Sakura — Tiefes Schwarz mit guter Deckung. Die schwarze Variante der Sakura-Linie. Weniger verbreitet als die roten Verwandten, aber sehr edel.

Schoko Sakura — Warmes Schokobraun, manchmal mit einem Stich ins Rötliche. Unterschätzte Variante, die in einem gut eingerichteten Becken richtig gut aussieht.

Carbon Rili — Schwarze Kopf- und Schwanzpartie mit transparentem Mittelteil. Das Rili-Muster in schwarz. Auffällig und ungewöhnlich. Verwandt mit Blue Carbon Rili, bei der der transparente Bereich einen blauen Schimmer hat.

Kreuzungshinweis: Blue Dream, Black Sakura, Schoko Sakura, Bloody Mary und Red Onyx stammen alle aus der schwarzen Linie und können miteinander gekreuzt werden, ohne Wildtyp zu erzeugen. Blue Jelly und Blue Rili dagegen gehören zur roten Linie — Kreuzung mit Blue Dream ergibt Wildtyp!

Blau — die Trendfarbe:

Blue Dream hat in den letzten Jahren einen regelrechten Hype erlebt. Auf dunklem Bodengrund leuchten die Tiere fast neonblau. Kein Wunder, dass sie zu den meistverkauften Garnelen überhaupt gehören. Die Preise sind von anfangs 8-10 Euro auf 3-4 Euro gefallen, weil so viele Züchter sie anbieten. Gut für dich als Käufer — schlechte Nachricht für alle, die damit Geld verdienen wollten.

Wenn du eine dunkle Linie halten willst, achte besonders auf die Herkunft. Manche als "Blue Dream" verkaufte Tiere sind genetisch eigentlich Blue Jelly — und die Kreuzung ergibt braune Tiere. Frag beim Kauf nach der Linie und vermeide Tiere unklarer Herkunft.

Weiterlesen: Blue Dream / Blue Velvet Garnele

Gelb, orange und die Exoten

Neben Rot und Blau gibt es eine bunte Palette an weniger verbreiteten, aber genauso faszinierenden Farbschlägen.

Gelbe und orange Neocaridina auf dunklem Moos: Yellow Fire und Orange Sakura

Gelbe Linie:

Yellow Fire ist der Klassiker — leuchtend gelb, gute Deckung, pflegeleicht wie alle Neocaridina. Die Yellow Fire Neon hat einen auffälligen gelben Rückenstrich, der fast fluoreszierend wirkt. Yellow Rili zeigt das typische Rili-Muster mit gelben Extremitäten und transparenter Mitte.

Orange Linie:

Orange Sakura ist ein warmes Orange mit guter Deckung. Weniger verbreitet als Red oder Blue, aber in Natura wirklich schön. Orange Rili bringt das Rili-Muster in Orange.

Grüne Linie:

Die Exoten unter den Neocaridina. Green Jade zeigt ein tiefes, dunkles Grün — fast wie Moos. Dark Green Jade ist noch dunkler, fast olivfarben. Green Rili mit grünem Kopf- und Schwanzteil. Alle drei sind seltener und etwas teurer (5-10 Euro).

Sonderlinge:

Wildform Neocaridina — die Urform. Braun-transparent, unscheinbar, aber interessant für Zuchtprojekte. White Pearl und Blue Pearl sind eigentlich keine Neocaridina davidi, sondern Neocaridina palmata. Ähnliche Haltung, aber Vorsicht: Eine Kreuzung mit davidi-Varianten ist möglich und die Nachkommen sind fertil — wer die Farben rein halten will, sollte sie getrennt halten.

Kann man verschiedene Farben mischen? Technisch ja. Aber innerhalb der gleichen Art (N. davidi) kreuzen sie sich, und nach ein paar Generationen hast du nur noch braune Wildtyp-Tiere. Verschiedene Farben in verschiedene Becken — oder bewusst züchten und selektieren.

Seltene Farben — lohnt sich der Aufpreis?

Green Jade für 8 Euro, Dark Green Jade für 10 Euro — da fragt man sich: Lohnt sich das? Kommt drauf an. Seltene Farben sind optisch oft wirklich einzigartig. Grüne Garnelen auf rotem Lavastein sehen aus wie aus einem Fantasiefilm. Aber: Die Population wächst genauso wie bei Red Fire. Nach einem halben Jahr hast du 50 Stück, und dann waren die 100 Euro Anfangsinvestition auch nicht mehr so wild.

Für White Pearl und Blue Pearl gilt eine Besonderheit: Das sind keine N. davidi, sondern N. palmata (früher als N. zhangjiajiensis bekannt). Sie kreuzen sich mit davidi, und die Nachkommen sind fertil — was bedeutet, dass die Farben in Mischbecken innerhalb weniger Generationen in Richtung Wildtyp kippen. Also: getrennt halten, wenn dir die Farben wichtig sind.

Neue Züchtungen — wohin geht der Trend?

Die Garnelenzucht steht nicht still. In den letzten Jahren sind Varianten wie Tangerine Tiger, Aura Blue und diverse Scheckenmuster aufgetaucht. Auch das Orange-Eye-Merkmal hat für Furore gesorgt — leuchtend orangefarbene Augen auf jeder Körperfarbe. Taiwanesische und japanische Züchter experimentieren ständig mit neuen Farbkombinationen. Viele dieser Varianten sind anfangs extrem teuer (20-50 Euro pro Tier), werden aber mit steigender Verfügbarkeit günstiger. Green Jade war vor fünf Jahren noch ein Exot für 15 Euro — heute bekommst du sie für 5-6 Euro. Wer geduldig ist, wartet, bis sich neue Varianten am Markt etabliert haben und die Preise sinken.

Weiterlesen: Yellow Fire

Caridina-Bienengarnelen — für Fortgeschrittene

Wenn Neocaridina die Einsteiger-Liga sind, dann sind Caridina die Champions League. Atemberaubend schön, aber mit deutlich höheren Ansprüchen an Wasserwerte und Stabilität.

Crystal Red Bienengarnele in SSS-Grade mit scharfem Rot-Weiss-Muster auf dunklem Soil

Crystal Red (CRS) — Weiß-rotes Streifenmuster, die bekannteste Caridina. Grading von C (wenig Weiß) bis SSS (fast komplett weiß). Hochwertiges SSS-Grading kann dreistellig kosten. Braucht weiches, saures Wasser und reagiert empfindlich auf Schwankungen.

Crystal Black (CBS) — Das schwarze Gegenstück zur Crystal Red. Weiß-schwarzes Muster, gleiche Gradings. Kann mit CRS gekreuzt werden.

Taiwan Bee — Die Königsklasse. Panda, King Kong, Red Wine, Blue Bolt — alles Taiwan Bees. Entstanden durch spontane Mutationen in Bienengarnelen-Zuchtbeständen in Taiwan (ca. 2008-2009). Extrem farbenprächtig, extrem anspruchsvoll, extrem teuer (10-50+ Euro pro Tier).

Shadow Bee — Eine Bezeichnung für Taiwan Bee Varianten mit durchscheinendem, „rauchigem" Farbton.

Was alle Caridina-Bienengarnelen brauchen:

  • Weiches Wasser: GH 4–6, KH 0–2
  • Saurer pH: 5,5–6,5
  • Aktiver Soil als Bodengrund (zwingend!)
  • Osmosewasser mit Bee-Aufhärtesalz
  • Konstante Temperaturen um 22–24 °C
  • Kein Leitungswasser ohne Aufbereitung!

Was macht Caridina so schwierig?

Es ist nicht eine einzelne Sache — es ist die Kombination. Osmosewasser mischen, pH-Wert stabil bei 6,0 halten, aktiven Soil verwenden (der sich irgendwann erschöpft), KH nahe Null ohne pH-Abstürze fahren, Temperatur konstant halten... jeder einzelne Punkt ist machbar. Aber alles zusammen, dauerhaft, ohne Schwankungen — das ist die Herausforderung.

Und dann kommt der Preis dazu. Wenn dir eine Red Fire für 2 Euro stirbt, ist das ärgerlich. Wenn dir eine Taiwan Bee für 40 Euro stirbt, ist das frustrierend. Wenn dir fünf Taiwan Bee in einer Woche sterben, weil der pH über Nacht abgestürzt ist... dann wärst du froh gewesen, erst mit Neocaridina geübt zu haben.

Mein ehrlicher Rat: Starte nicht mit Caridina. Sammle ein Jahr Erfahrung mit Neocaridina, verstehe den Stickstoffkreislauf, lerne deine Wasserwerte kennen. Dann stellst du ein zweites Becken hin und arbeitest dich an CRS heran. Der Frust, teure Tiere durch vermeidbare Fehler zu verlieren, ist sonst vorprogrammiert.

Soil-Erschöpfung bei Caridina:

Ein Thema, das viele unterschätzen: Aktiver Soil puffert den pH-Wert nach unten — aber nur eine begrenzte Zeit lang. Nach 12-18 Monaten ist die Pufferkapazität erschöpft, der pH steigt langsam an. Für Caridina-Halter heißt das: Den Soil regelmäßig testen und bei Erschöpfung das Becken komplett neu aufsetzen. Ein aufwändiger, nerviger Prozess — aber ohne funktionierenden Soil funktionieren Bienengarnelen nicht. Manche Halter legen deshalb zwei Becken an und wechseln die Tiere zwischen frisch aufgesetztem und laufendem Becken. Auch das macht Caridina zur Fortgeschrittenen-Art.

Weiterlesen: Crystal Red Garnele

Tiger, Amano und Kardinalsgarnele — die Sonderfälle

Neben Neocaridina und Caridina-Bienengarnelen gibt es drei weitere beliebte Garnelenarten, die in keine der beiden Kategorien passen: die Amano-Garnele als unschlagbarer Algenvernichter, die gestreifte Tigergarnele mit ihren markanten Querstreifen und die anspruchsvolle Kardinalsgarnele aus den Seen Sulawesis. Jede bringt eigene Haltungsanforderungen mit und hat besondere Stärken im Aquarium.

Orange Eye Blue Tiger Garnele mit intensiver blauer Färbung und leuchtend orangenen Augen Kardinalsgarnele mit leuchtend roten Körper und weissen Punkten auf Sulawesi-Gestein Grosse Amano-Garnele frisst Fadenalgen von einem Stein in einem bepflanzten Aquarium Garnelenarten im Überblick — Von Neocaridina bis Caridina: Die rote Linie — von Cherry bis Painted Fire Red

Amano-Garnele (Caridina multidentata)

Die Größte unter den gängigen Aquariengarnelen — Weibchen werden bis zu 5–6 cm groß, Männchen bleiben mit rund 4 cm etwas kleiner. Benannt nach dem legendären Aquascaper Takashi Amano, der sie als Algenvernichter populär gemacht hat. Und das sind sie: Die besten Algenfresser, die du in ein Süßwasserbecken setzen kannst.

Haltung ist unkompliziert, Wasserwerte ähnlich wie Neocaridina. Der Haken: Amano-Garnelen brauchen Brackwasser für die Larvenentwicklung. Im Süßwasserbecken vermehren sie sich nicht. Du kannst Weibchen mit Eiern beobachten, aber die Larven überleben ohne Brackwasser nicht. Jede Amano, die du kaufst, war entweder Wildfang oder wurde in aufwändiger Brackwasserzucht gezüchtet.

Tiger-Garnele (Caridina mariae)

Braun-schwarze Querstreifen auf hellem Grund — das Tiger-Muster. Mittel-anspruchsvoll: Weiches bis mittelhartes Wasser, pH 6,5–7,5. Kann sich mit Bienengarnelen kreuzen (Tibees). Achtung: Aura Blue Tiger und Tangerine Tiger gehören taxonomisch zu *Caridina serrata*, nicht zu *C. mariae* — werden im Hobby aber oft zusammen als "Tiger" geführt.

Kardinalsgarnele (Caridina dennerli)

Tiefrot mit weißen Punkten — eine der schönsten Süßwassergarnelen überhaupt. Kommt aus dem Matano-See in Sulawesi (Indonesien). Braucht sehr warmes (26–30 °C), alkalisches Wasser (pH 7,8–8,5, GH 3–6). Ein komplett anderes Setup als Neocaridina oder Bienengarnelen. Nur für erfahrene Halter mit dediziertem Sulawesi-Becken.

Weitere erwähnenswerte Arten:

Ringelhandgarnele (Macrobrachium assamense): Eine Süßwasser-Großarmgarnele aus Asien. Kann bis 7 cm groß werden und hat beeindruckende Scheren. Allerdings: Sie kann Neocaridina jagen und fressen. Nur in Artenbecken halten. Spannend, aber kein Anfängertier.

Gabun-Fächergarnele (Atya gabonensis): Wird bis 15 cm groß und fängt Schwebeteilchen mit fächerartigen Scheren. Braucht starke Strömung und ist ein faszinierender Beobachtungs-Liebling. Keine Gefahr für andere Garnelen, aber sehr spezielle Haltungsanforderungen.

Red Nose Shrimp (Caridina gracilirostris): Durchsichtig mit roter Nase. Braucht leicht brackiges Wasser für die Vermehrung. Hübsch, aber selten erhältlich und nichts für Einsteiger.

Weiterlesen: Amano-Garnele

Welche Art passt zu dir?

Garnelen-Schwierigkeitsgrade: Neocaridina für Anfänger, Tiger für Fortgeschrittene, Taiwan Bee für Experten Drei Garnelenarten im Vergleich: Amano-Garnele, Crystal Red und Orange Sakura Neocaridina

Die Wahl der richtigen Garnelenart hängt von drei Faktoren ab: deiner Erfahrung, deinem Leitungswasser und deinem Budget. Neocaridina sind ideal für Einsteiger, weil sie Schwankungen verzeihen und sich in normalem Leitungswasser wohlfühlen. Caridina-Bienengarnelen brauchen weiches Wasser und mehr Pflege, belohnen aber mit spektakulären Farbmustern. Eine ausführliche Gegenüber­stellung beider Gattungen findest du im Vergleich Neocaridina vs. Caridina. Hier eine ehrliche Entscheidungshilfe:

Du fängst gerade an?

→ Neocaridina davidi in einer Farbe deiner Wahl. Red Fire oder Red Sakura sind die sicherste Bank. Robust, günstig, überall verfügbar.

Du willst etwas Besonderes, bist aber noch Anfänger?

Blue Dream, Yellow Fire oder Orange Sakura. Gleiche Haltung wie Red Fire, aber optisch was anderes. Leicht teurer, aber kein Unterschied in der Pflege.

Du hast Erfahrung und willst mehr Herausforderung?

→ Crystal Red oder Crystal Black. Brauchen ein eigenes Becken mit Soil und Osmosewasser. Lohnend, wenn du dich reinfuchst.

Du bist süchtig und willst das Maximum?

→ Taiwan Bee oder Sulawesi-Garnelen. Hohe Ansprüche, hohe Preise, maximale Faszination. Separate Becken pro Art sind Pflicht.

Du willst Algenfresser, keine Zucht?

Amano-Garnelen. Die effizientesten Algenfresser, vermehren sich im Süßwasser nicht, brauchen keine Selektion.

Artenwahl und Beckengröße:

ArtMindest-BeckengrößeEmpfohlen
Neocaridina davidi (alle Farben)10 Liter20-30 Liter
Amano-Garnele54 Liter80+ Liter
Crystal Red / Crystal Black20 Liter30+ Liter
Taiwan Bee20 Liter30+ Liter
Tiger-Garnele20 Liter30+ Liter
Kardinalsgarnele30 Liter54+ Liter

Achtung: Die Kardinalsgarnele ist eine Sulawesi-Art und benötigt ein komplett anderes Setup als die anderen Caridina in dieser Tabelle — alkalisches Wasser (pH 7,5-8,5, GH 3-6) bei 27-30 °C. Nicht mit normalen Caridina oder Neocaridina mischen!

Mehr Wasser = stabilere Werte. Gerade bei empfindlichen Caridina-Arten macht der Unterschied zwischen 20 und 54 Litern viel aus. Ein 20-Liter-Becken reagiert auf jeden Fehler sofort, ein 54-Liter-Becken hat Puffer.

Eins noch: Es spricht nichts dagegen, mehrere Becken zu haben. Viele Halter starten mit einem Neocaridina-Becken und stellen innerhalb eines Jahres ein zweites und drittes auf. Das Hobby wächst mit dir — und verschiedene Arten in verschiedenen Becken sind der halbe Spaß.

Artenwahl und Raumtemperatur:

Ein Aspekt, den viele übersehen: Deine Raumtemperatur bestimmt, welche Arten infrage kommen. Wohnst du in einer schlecht isolierten Altbauwohnung, die im Sommer 30 °C erreicht? Dann werden Caridina schwierig, denn die mögen es kühl (22-24 °C). Neocaridina halten bis 28 °C durch, darüber wird es auch für sie eng. In klimatisierten Räumen oder kühlen Kellern dagegen sind auch anspruchsvollere Arten machbar. Prüfe, wie warm dein Aufstellort im Hochsommer wird — das limitiert deine Artenwahl stärker als jeder andere Faktor.

Zusammenfassung Artenwahl:

Für Anfänger gibt es genau einen vernünftigen Rat: Neocaridina davidi in der Farbe, die dir am besten gefällt. Erst wenn du das im Griff hast, weitergehen. Die Garnelen-Welt ist groß genug, dass du jahrelang Neues entdecken kannst — aber der Start muss nicht kompliziert sein. Fang einfach an und lass das Hobby auf dich wirken. Die Begeisterung kommt ganz von allein.

Die häufigste Frage: "Welche soll ich nehmen?"

Die Antwort ist immer: Nimm die, die dir am besten gefällt. Ernsthaft. Innerhalb der Neocaridina ist die Haltung identisch — ob Red Fire, Blue Dream oder Yellow Fire macht null Unterschied bei der Pflege. Wähl nach Optik. Und wenn du dich nicht entscheiden kannst: Stell zwei Becken auf. Problem gelöst.

Wenn du dich für Zucht und Genetik interessierst, wird das Thema Artenwahl nochmal spannender. Und bevor du Garnelen kaufst, lies dir an, worauf du achten musst.

Grading — was die Qualitätsstufen bedeuten

Bei Neocaridina und besonders bei Caridina wirst du auf Grading-Bezeichnungen stoßen. Die sorgen regelmäßig für Verwirrung.

Neocaridina Grading-Vergleich: Cherry, Sakura, Fire Red und Painted Fire Red nebeneinander

Neocaridina-Grading (am Beispiel Rot):

GradingBeschreibungPreis (ca.)
Cherry / Low GradeLeicht transparent, Beine hell1–2 €
SakuraGute Deckung, leichte Transparenz2–3 €
Fire Red / High SakuraStarke Deckung, Beine gefärbt3–4 €
Painted Fire RedKomplett deckend, keine Transparenz4–6 €

Das Grading beschreibt die Farbdichte und -deckung. Ein höheres Grading bedeutet nicht automatisch ein gesünderes Tier — es beschreibt nur die Optik. Ein Cherry kann genauso vital sein wie eine PFR.

Caridina-Grading (Crystal Red):

GradingWeißanteilPreis (ca.)
CWenig Weiß3–5 €
BMittlerer Weißanteil5–8 €
AGuter Weißanteil8–15 €
SHoher Weißanteil15–25 €
SSSehr hoher Weißanteil25–50 €
SSSFast komplett weiß50–100+ €

Beim Kauf gilt: Lass dich nicht blenden. Ein SSS-Tier für 80 Euro, das in schlechten Bedingungen gehalten wurde, ist weniger wert als ein gesundes A-Tier vom guten Züchter. Gesundheit und Vitalität gehen immer vor Optik.

Grading und Fotos:

Ein Wort der Warnung: Garnelenfotos im Internet schmeicheln. Makro-Objektive, perfekte Beleuchtung und Bildbearbeitung lassen jede Garnele spektakulärer aussehen als im echten Becken. Lass dich nicht enttäuschen, wenn deine frisch gelieferten Tiere nicht so knallig aussehen wie auf dem Shop-Foto. In deinem Becken, mit deiner Beleuchtung und auf deinem Bodengrund entwickeln sie ihren eigenen Look — und der kann durchaus besser sein als erwartet.

Dunkler Bodengrund verstärkt die Farben. Heller Bodengrund lässt sie blass wirken. Das Licht spielt auch eine Rolle: Warmweißes Licht (3000-4000 K) lässt rote Garnelen tiefer aussehen, kaltweißes Licht (6500-8000 K) betont blaue Töne. Die gleiche Blue Dream kann unter verschiedenem Licht komplett anders wirken. Wenn du deine Garnelen fotografieren willst: Tageslicht von der Seite liefert die realistischsten Farben. Blitzlicht und Frontbeleuchtung verfälschen die Optik massiv — deshalb sehen Shop-Fotos immer besser aus als die Realität im Wohnzimmer.

Artenmix im Becken — was geht?

Verschiedene ARTEN (nicht Farbformen) kannst du bedenkenlos zusammen halten, solange die Wasserparameter passen und keine Kreuzung möglich ist. Neocaridina davidi + Amano-Garnele funktioniert hervorragend. Neocaridina davidi + Neocaridina palmata (White Pearl) dagegen kreuzen sich — also besser in getrennten Becken halten. Aber zwei verschiedene Neocaridina davidi-Farbformen im selben Becken? Kreuzung garantiert.

Mehr über selektive Zucht und das Grading-System in den Detail-Artikeln.

Verwandte Themen

Alle Artikel im Garnelen-Wiki

Garnelen auf dem Marktplatz kaufen