Teil von: Garnelenarten im Überblick — Von Neocaridina bis Caridina
White Pearl / Weißperlengarnele
White Pearl (Neocaridina palmata): weiße Eier, transparenter Körper — eine eigene Art, keine davidi!
| Größe | Männchen ~2 cm, Weibchen 2-3 cm |
|---|---|
| Lebensdauer | 1,5-2 Jahre |
| Beckengröße | ab 10 Liter (20L empfohlen) |
| Temperatur | 18-25°C |
| pH-Wert | 6,5-8,0 |
| Gesamthärte (GH) | 6-15°dGH |
| Karbonathärte (KH) | 3-10°dKH |
Eine andere Art
Hier muss zuerst ein weit verbreiteter Irrtum ausgeräumt werden: Die White Pearl ist keine Neocaridina davidi. Sie gehört zur Art Neocaridina palmata (früher auch als Neocaridina zhangjiajiensis geführt) — einer eigenständigen Garnelenart, die zwar ähnlich aussieht und ähnliche Haltungsbedürfnisse hat, aber biologisch klar von N. davidi getrennt ist.
Das bedeutet in der Praxis: White Pearl können zwar unter denselben Bedingungen gehalten werden wie Red Cherry und Co., aber eine Kreuzung mit N. davidi ist problematisch. Eine Hybridisierung ist möglich, und die Nachkommen sind in der Regel fertil — sie zeigen aber bräunlich-wildfarbige Färbung. Von einer gemeinsamen Haltung wird deshalb abgeraten — nicht wegen der Wasserwerte, sondern weil sich die Arten leicht verpaaren und dann beide Zuchtlinien verwässert werden.
Die White Pearl wurde 2006 in Deutschland vom Züchter Ulf Gottschalk aus Wildform-Beständen von N. palmata selektiert und ist damit ein echtes deutsches Zuchtprodukt.
Farbe und Namensgebung
Der Name „Weißperle“ bezieht sich nicht auf die Körperfarbe selbst, sondern auf die Eier. Tragende Weibchen zeigen einen auffälligen Eispiegel im Nackenbereich und tragen ein Paket strahlend weißer Eier unter dem Hinterleib. Diese weißen „Perlen“ sind das Markenzeichen der Art und machen sie unverwechselbar.
Der Körper selbst ist weißlich-transparent bis milchig. Manche Tiere zeigen einen leichten Gelbstich, andere sind fast komplett durchsichtig mit einem feinen weißen Schleier. Im englischsprachigen Raum ist die White Pearl auch als Snowball bekannt — beide Namen bezeichnen dieselbe Zuchtform. Die White Pearl lebt von ihrer zarten, fast ätherischen Erscheinung.
Unter guter Beleuchtung schimmern die Tiere perlmuttartig — besonders wenn sie sich durch dunkles Moos bewegen. Dieser Perlmutt-Effekt ist namensgebend und verleiht der White Pearl ihren ganz eigenen ästhetischen Reiz, der sich von den kräftigen Farben der Neocaridina davidi deutlich unterscheidet.
Haltung und Besonderheiten
Die Haltung der White Pearl ist ebenso unkompliziert wie die von Neocaridina davidi. Gleicher Temperaturbereich, ähnliche Wasserwerte, gleiche Ernährung. Auch die Vermehrungsrate ist vergleichbar — unter guten Bedingungen wächst die Population stetig. Die Jungtiere sind ab Geburt selbstständig und brauchen keine Spezialbehandlung.
Was die White Pearl auszeichnet, ist ihr ruhiges, friedliches Wesen. Sie ist tendenziell etwas scheuer als viele N. davidi-Varianten und zieht sich gerne in dichte Moosbestände oder zwischen Wurzeln zurück. Ein gut strukturiertes Becken mit vielen Verstecken kommt ihrem natürlichen Verhalten entgegen.
Wichtig für die Bestandsplanung: White Pearl nicht mit Neocaridina davidi zusammensetzen. Nicht wegen Aggressivität — die gibt es bei Garnelen praktisch nicht — sondern wegen der Möglichkeit von Fehlkreuzungen. Wer Neocaridina palmata und davidi im selben Raum pflegen möchte, sollte getrennte Becken verwenden. Auch die Haltung zusammen mit der Blue Pearl ist möglich, da beide zur selben Art gehören — führt aber zu farblich gemischtem Nachwuchs. Amano-Garnelen oder Schnecken sind dagegen problemlose Mitbewohner.
Mehr zu dieser und anderen Farbvarianten findest du in der Garnelenarten-Übersicht.
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