Anubias im Aquarium — Alle Arten, Pflege und Vermehrung

Anubias im Aquarium: Alle Arten von Nana bis Hastifolia, richtige Pflege, Vermehrung durch Rhizomteilung und warum Garnelen diese Aufsitzerpflanze lieben.

Was macht Anubias zur perfekten Garnelenpflanze?

Anubias gehört zu den robustesten Aquarienpflanzen überhaupt und ist für Garnelenbecken eine der besten Entscheidungen, die du treffen kannst. Die Pflanze wächst auf Steinen und Wurzeln, braucht weder starkes Licht noch CO2 und bildet auf ihren ledrigen Blättern eine gleichmäßige Biofilm-Schicht, die Garnelen den ganzen Tag abweiden.

Anubias im Aquarium — Alle Arten, Pflege und Vermehrung: Was macht Anubias zur perfekten Garnelenpflanze?

Die Gattung Anubias gehört zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae) und stammt aus dem tropischen West- und Zentralafrika. Dort wächst sie an schattigen Flussufern und Bachläufen, oft halb untergetaucht. Benannt ist sie nach dem ägyptischen Gott Anubis — vermutlich wegen ihrer schattigen Standorte an dunklen Flussufern, die an die Unterwelt erinnern.

Was Anubias für Garnelenhalter so wertvoll macht, sind mehrere Eigenschaften auf einmal. Die breiten, festen Blätter bieten große Flächen für Biofilm — jene Schicht aus Bakterien, Mikroalgen und Kleinstorganismen, die für Garnelen die Hauptnahrungsquelle darstellt. Anders als bei feinblättrigen Pflanzen können sich auch größere Garnelen bequem auf den Blättern niederlassen und in Ruhe weiden. Du wirst deine Tiere ständig auf Anubias-Blättern sitzen sehen.

Als Aufsitzerpflanze braucht Anubias keinen nährstoffreichen Bodengrund. Du bindest sie auf Steine oder Wurzeln, und sie hält sich dort mit Haftwurzeln fest. Das ist ein riesiger Vorteil in Garnelenbecken: Kein Soil nötig, kein Umgraben, kein Risiko, dass grabbelnde Garnelen die Pflanze ausbuddeln. Die Pflanze sitzt da, wo du sie hingesetzt hast — und bleibt dort.

Dazu kommt die Anspruchslosigkeit. Anubias wächst bei pH 5 bis 8, bei Temperaturen von 15 bis 30 Grad (optimal 22 bis 26 Grad) und bei Wasserhärten von 0 bis 21 °dKH. Sie kommt mit minimalem Licht aus und braucht keine CO2-Anlage. In der Aquaristik wird sie gerne als "die Plastikpflanze, die wächst" bezeichnet — und das ist nur halb als Witz gemeint. Anubias stirbt erst, wenn du es wirklich darauf anlegst.

Für Garnelenbecken ohne CO2 ist Anubias damit ideal. Sie wächst langsam, verbraucht wenig Nährstoffe und konkurriert nicht mit Schnellwachsern um Ressourcen. In Kombination mit Moos, Schwimmpflanzen und ein paar schnellwachsenden Stängelpflanzen entsteht ein stabiles, pflegeleichtes Ökosystem, in dem sich Garnelen sichtbar wohlfühlen.

Die wichtigsten Anubias-Arten im Überblick

Es gibt rund acht anerkannte Anubias-Arten und dutzende Varianten und Zuchtformen. Für die Aquaristik sind vor allem die Varianten von Anubias barteri relevant — plus ein paar Exoten für größere Becken. Hier ist der komplette Überblick.

Anubias im Aquarium — Alle Arten, Pflege und Vermehrung: Die wichtigsten Anubias-Arten im Überblick

Anubias barteri var. nana — Das Zwergspeerblatt

Der Klassiker. Wenn jemand "Anubias" sagt, meint er meistens diese Variante. Sie wurde 1970 von Tropica in Kultur gebracht und ist seitdem eine der verbreitetsten Aquarienpflanzen weltweit. Ursprünglich stammt sie aus Kamerun, genauer vom Fluss Limbe nahe der Stadt Victoria.

Wuchshöhe: 5 bis 10 cm. Wuchsbreite: 5 bis 20 cm. Die Blätter sind oval, dunkelgrün und ledrig fest. Wachstum: langsam, etwa ein neues Blatt pro Monat unter guten Bedingungen. Perfekt für den Vorder- und Mittelgrund in kleinen bis mittelgroßen Becken. Für Garnelen die Standardwahl — groß genug zum Beweiden, klein genug für Nano-Aquarien.

Anubias barteri var. nana 'Petite' — Die Miniatur

Noch kleiner als die Standard-Nana. Gesamthöhe nur 2 bis 5 cm, Blätter unter 2 cm lang, Stiele unter 1 cm. Wächst extrem langsam — selbst für Anubias-Verhältnisse. Ideal für Nano-Aquarien und Aquascaping, wo sie auf kleinen Steinen oder Wurzelstücken winzige grüne Akzente setzt. Auch als 'Bonsai' im Handel. Baby-Garnelen lieben die dichten Blattpolster als Versteck.

Anubias barteri var. nana 'Pangolino' — Die Kleinste

Mit 2 bis 3 cm Höhe und Blättern von maximal 2 cm eine der kleinsten Anubias-Varianten. Noch kompakter ist 'Mini Coin' mit winzigen, runden Blättern unter 1 cm. Der Name kommt von den überlappenden Blättern, die an die Schuppen eines Pangolins (Schuppentier) erinnern. Wächst noch langsamer als 'Petite' und ist in gut sortierten Shops erhältlich. Für Aquascaper ein Traum — für ungeduldige Menschen eine Herausforderung.

Anubias barteri var. barteri — Das Breitblättrige Speerblatt

Die größere Variante. Blätter werden bis zu 20 cm lang und deutlich breiter als bei var. nana. Dunkelgrün, kräftig, imposant. Für den Mittel- und Hintergrund in Becken ab 60 Litern. Die großen Blattflächen sind für Garnelen wie Buffet-Tische — riesige Weideflächen für Biofilm. In kleineren Becken wird sie schnell zu dominant.

Anubias barteri var. nana 'Gold'

Eine Farbvariante mit goldgelben Neutriben. Frisch austreibende Blätter sind leuchtend gelb, ältere werden gelbgrün bis mittelgrün. Wächst noch langsamer als die normale Nana. Bis 10 cm hoch. Ein schöner Farbakzent in dunkelgrünen Aquascapes, aber keine Pflanze für Ungeduldige.

Anubias barteri var. nana 'Pinto'

Eine panaschierte Variante mit weiß-grünen Blättern. Jedes Blatt hat ein anderes Muster, kein Blatt sieht gleich aus. Braucht minimal mehr Licht als andere Nana-Varianten. 8 bis 10 cm hoch. Selten und etwas teurer, aber ein echter Hingucker. Durch die reduzierten Grünflächen wächst sie noch langsamer als die Normalform.

Anubias barteri var. coffeeifolia

Der Name ist Programm: Die Blätter erinnern an Kaffeepflanzenblätter mit ihren starken Wölbungen zwischen den Blattrippen. 15 bis 25 cm hoch. Neue Blätter treiben rot-braun aus und färben sich dann dunkelgrün. Eine der dekorativsten Anubias-Varianten für größere Becken.

Anubias barteri var. caladiifolia

Die Größte unter den Barteri-Varianten. Herzförmige Blätter, bis 24 cm Blattlänge bei 40 cm Stiellänge und 50 cm Gesamtbreite. Nur für große Aquarien ab 200 Litern sinnvoll. Ursprünglich aus einem australischen Gewebekultur-Labor.

Anubias barteri var. angustifolia

Schmalblättrige Variante, Blätter länglich und zugespitzt. Bis 20 cm hoch. Sieht eleganter aus als die breitblättrigen Verwandten. Weniger verbreitet, aber genauso pflegeleicht.

Anubias congensis

Wird mit 30 bis 40 cm deutlich größer als die Barteri-Varianten. Längliche, spitz zulaufende Blätter. Nur für große Becken oder Paludarien. Robust, aber selten im Handel.

Anubias gracilis

Elegante Art mit dreieckigen Blättern an langen Stielen (bis 30–40 cm). Wirkt grazil und leicht — daher der Name. Eher für fortgeschrittene Aquascaper und größere Becken.

Anubias hastifolia

Die Große. Blattstiele bis 60 cm, Blätter bis 25 cm lang, speerförmig. In der emersen Form (Paludarium) noch deutlich größer mit bis zu 85 cm langen Stielen. Definitiv keine Nano-Pflanze. Für Aquarien ab 300 Litern oder offene Paludarien.

VarianteHoeheBlattgrößeIdeal für
nana5–10 cm3–6 cmNano bis Standardbecken
nana 'Petite'2–5 cm1,5–2 cmNano-Aquarien
nana 'Pangolino'2–3 cm< 2 cmNano-Aquarien
barteribis 20 cmbis 20 cmAb 60 Liter
coffeeifolia15–25 cmbis 15 cmAb 80 Liter
caladiifoliabis 50 cmbis 24 cmAb 200 Liter
congensis30–40 cmbis 20 cmAb 200 Liter
hastifoliabis 60+ cmbis 25 cmAb 300 Liter / Paludarium

Welche Art für welches Garnelenbecken?

Für die meisten Garnelenbecken (10 bis 60 Liter) sind Anubias barteri var. nana und ihre Miniaturformen ('Petite', 'Pangolino') die richtige Wahl. Sie passen proportional, wachsen langsam genug, um nicht zu dominieren, und bieten ausreichend Blattfläche für den Biofilm, den deine Garnelen brauchen. Die größeren Varianten sind nur dann sinnvoll, wenn du ein entsprechend großes Becken hast.

Pflege, Düngung und häufige Probleme

Die gute Nachricht: Anubias braucht fast keine Pflege. Die schlechte Nachricht: "fast" heißt nicht "gar keine". Ein paar Dinge solltest du im Blick behalten.

Anubias im Aquarium — Alle Arten, Pflege und Vermehrung: Pflege, Düngung und häufige Probleme

Licht

Gering bis mittel. Anubias kommt mit 0,25 Watt pro Liter zurecht, verträgt aber auch deutlich mehr. Optimal sind 15 bis 25 Lumen pro Liter. Mehr schadet nicht direkt, aber fördert Algen auf den Blättern. Die Beleuchtungsdauer sollte bei 8 bis 10 Stunden pro Tag liegen — wie bei den meisten Aquarienpflanzen.

CO2

Nicht nötig. Anubias wächst auch ohne CO2-Anlage problemlos. Mit CO2-Zugabe (5 bis 40 mg/l) wächst sie etwas schneller, aber der Unterschied ist bei einer ohnehin langsam wachsenden Pflanze marginal. Spar dir das Geld für CO2 und investiere es lieber in gutes Futter für deine Garnelen.

Düngung

Minimal. Anubias nimmt Nährstoffe über die Blätter und das Rhizom aus dem Wasser auf — nicht über die Wurzeln aus dem Boden. Ein garnelensicherer Eisenvolldünger in halber Dosis reicht völlig. Mehr zur Düngung im Garnelenbecken.

Phosphatwerte von 1,5 bis 2 mg/l fördern übrigens die Blütenbildung unter Wasser. Ja, Anubias kann unter Wasser blühen — ein weißer, kolbenförmiger Blütenstand, der wie eine Mini-Calla aussieht. Passiert nicht oft, ist aber ein Zeichen für gute Bedingungen.

Temperatur und Wasserwerte

Temperatur: 15 bis 30 °C, optimal 22 bis 26 °C — deckt sich perfekt mit dem Wohlfühlbereich von Neocaridina (20-26 °C) und Caridina (20-24 °C). pH: 5 bis 8. Wasserhärte: 0 bis 21 °dKH. Anubias ist bei den Wasserwerten nicht wählerisch. Wenn deine Garnelen sich wohlfühlen, fühlt sich Anubias auch wohl.

Wachstum

Langsam. Unter guten Bedingungen etwa ein neues Blatt alle ein bis zwei Wochen. Die Blätter selbst halten mehrere Monate bis über ein Jahr. Alte Blätter werden langsam gelb und können dann abgeschnitten werden. Neue Blätter treiben immer an der Spitze des Rhizoms aus.

Problem 1: Algen auf den Blättern

Das häufigste Problem bei Anubias. Weil die Pflanze so langsam wächst, können Algen sich auf den Blättern festsetzen, bevor neue Blätter nachwachsen. Punktalgen (grüne Punkte auf den Blättern) und Bartalgen sind die üblichen Verdächtigen.

Gegenmaßnahmen: Weniger Licht oder kürzere Beleuchtungsdauer. Schnellwachsende Pflanzen wie Hornkraut oder Schwimmpflanzen dazusetzen, die Nährstoffe verbrauchen und beschatten. Stark befallene Blätter abschneiden — neue kommen nach. Manche Garnelenarten, besonders Amano-Garnelen, fressen bestimmte Algenarten direkt von den Blättern.

Problem 2: Gelbe oder blasse Blätter

Fast immer Eisenmangel. Die neuen Blätter treiben blass und farblos aus statt sattgrün. Lösung: Eisenvolldünger nach Anleitung dosieren. Betroffene Blätter erholen sich nicht — schneide sie ab und warte auf gesunde Neuaustriebe.

Problem 3: Rhizomfäule

Wenn das Rhizom matschig wird, sich weiß verfärbt und unangenehm riecht, fault es. Ursachen: Rhizom im Boden vergraben, Transportschäden oder bakterielle Infektion. Sofort handeln: Befallene Stellen großzügig mit einem scharfen Messer abschneiden. Den gesunden Teil auf frisches Hardscape binden. Solange noch grüne, feste Rhizomabschnitte mit Blättern vorhanden sind, erholt sich die Pflanze.

Problem 4: Blätter lösen sich

Wenn sich Blätter direkt am Stiel vom Rhizom lösen, ist das ein Zeichen für fortgeschrittene Fäule. Nicht mit normalem Blattverlust verwechseln — alte Blätter werden erst gelb, bevor sie abfallen. Wenn grüne Blätter sich lösen, ist das Rhizom betroffen.

Oxalsäure — ein Hinweis für Garnelenhalter

Anubias gehört zu den Aronstabgewächsen, die Oxalsäure produzieren. Beim Teilen und Beschneiden tritt Pflanzensaft aus, der Garnelen in hoher Konzentration schaden kann. Deshalb: Größere Schnittarbeiten immer außerhalb des Aquariums durchführen. Schnittstellen unter fließendem Wasser abspülen, bevor du die Pflanze zurück ins Becken setzt. Bei einem einzelnen Blattschnitt ist das Risiko minimal, aber bei einer größeren Teilung solltest du vorsichtig sein.

Vermehrung durch Rhizomteilung — Schritt für Schritt

Anubias vermehrt sich vegetativ über das Rhizom. Sexuelle Vermehrung über Samen ist im Aquarium praktisch unmöglich und auch nicht nötig — Rhizomteilung ist simpel, zuverlässig und kostenlos.

Anubias im Aquarium — Alle Arten, Pflege und Vermehrung: Vermehrung durch Rhizomteilung — Schritt für Schritt

Wann teilen?

Wenn das Rhizom lang genug ist und sich verzweigt hat. Eine gesunde Anubias wächst am Rhizom in eine oder mehrere Richtungen. Sobald das Rhizom mindestens 5 bis 8 cm lang ist und deutliche Verzweigungen zeigt, kannst du teilen. Jedes Teilstück sollte mindestens zwei, besser drei Blätter behalten. Das stellt sicher, dass die Pflanze genug Photosynthese-Kapazität hat, um neue Blätter zu bilden.

Schritt 1: Pflanze entnehmen

Wenn möglich, nimm die gesamte Pflanze aus dem Becken. Bei aufgeklebten Exemplaren vorsichtig mit einer Rasierklinge vom Hardscape lösen. Bei aufgebundenen Pflanzen den Faden durchschneiden.

Schritt 2: Teilungsstelle wählen

Suche eine Stelle am Rhizom, an der du schneiden willst. Ideal sind natürliche Verzweigungspunkte — dort, wo sich das Rhizom gabelt. So bekommt jedes Teilstück sein eigenes Rhizomende mit Wachstumspunkt.

Schritt 3: Sauber schneiden

Verwende eine scharfe Schere oder ein scharfes Messer. Ein glatter Schnitt verheilt schneller als ein gequetschter. Desinfiziere das Werkzeug vorher nicht mit Alkohol — Wasserreste davon könnten ins Becken gelangen. Einfach sauber und scharf reicht.

Schritt 4: Schnittstellen spuelen

Halte die Schnittstellen unter fließendes Leitungswasser. Das spült austretende Oxalsäure ab und reduziert das Risiko einer bakteriellen Infektion an der Schnittstelle.

Schritt 5: Neu befestigen

Beide Teilstücke auf Steine oder Wurzeln kleben oder binden — genau wie bei einer neuen Pflanze. Die Schnittstelle wird innerhalb von ein bis zwei Wochen verheilen. Aus der Schnittstelle können mit der Zeit sogar neue Seitentriebe wachsen.

Wie schnell wächst Anubias nach der Teilung?

In den ersten zwei bis vier Wochen passiert optisch wenig. Die Pflanze erholt sich vom Schnitt und bildet neue Wurzeln. Danach treibt sie wieder regelmäßig neue Blätter aus. Rechne mit drei bis sechs Monaten, bis die Teilstücke wieder einen ansehnlichen Busch bilden. Geduld ist bei Anubias der Schlüssel — diese Pflanze lässt sich nicht hetzen.

Sonderfall: Tochterpflanzen

Manchmal bildet Anubias eigenständig Seitentriebe am Rhizom — kleine Pflanzenbabys mit eigenen Blättern und Wurzeln. Diese kannst du einfach abtrennen und separat aufbinden. Das ist die schonendste Form der Vermehrung, weil du keine große Schnittwunde setzt.

Aus Eins mach Viele

Eine einzige Anubias-Pflanze kann dir über die Jahre dutzende neue Pflanzen liefern. In der Garnelen-Community ist das Tauschen und Verschenken von Anubias-Ablegern völlig normal. Wer vor zwei Jahren einen einzigen Topf Anubias nana gekauft hat, hat heute oft genug Ableger für drei Becken — und verteilt den Rest über den Marktplatz oder an Aquarienfreunde.

Anubias im Aquascape — Gestaltungstipps

Anubias ist nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch vielseitig einsetzbar. Vom Nano-Cube bis zum 300-Liter-Aquascape gibt es für jede Beckengröße die passende Variante.

Anubias im Aquarium — Alle Arten, Pflege und Vermehrung: Anubias im Aquascape — Gestaltungstipps

Nano-Becken (10–30 Liter)

Hier gehören 'Petite' und 'Pangolino' hin. Auf kleinen Lavasteinen oder Mini-Wurzeln platziert, bilden sie mit der Zeit dichte, kompakte Polster. Ein einzelner Stein mit drei 'Petite'-Pflanzen reicht als Blickfang im Vordergrund. Kombiniere sie mit Moos auf einem zweiten Stein — fertig ist ein minimalistisches, garnelentaugliches Layout.

Standard-Becken (30–80 Liter)

Anubias nana in der Standardform ist hier die erste Wahl. Auf einer mittelgroßen Wurzel im Mittelgrund platziert, bildet sie innerhalb eines Jahres einen imposanten Busch. Kombiniere sie mit Javafarn oder Bucephalandra für Abwechslung bei den Blattformen. Die verschiedenen Grüntöne ergänzen sich gut.

Grosse Becken (ab 100 Liter)

Hier kannst du die größeren Varianten einsetzen: barteri, coffeeifolia, caladiifolia. Auf großen Wurzeln oder Steinaufbauten positioniert, werden sie zu zentralen Elementen des Layouts. Die gewellten Blätter der Coffeeifolia mit ihren rotbraunen Neuaustrieben sind in großen Becken besonders eindrucksvoll.

Gestaltungsprinzipien

Setze Anubias nicht einzeln, sondern in Gruppen. Drei bis fünf Pflanzen auf einem Hardscape-Stück wirken natürlicher als eine einzelne Pflanze. Mische verschiedene Varianten für Texturkontraste — zum Beispiel eine reguläre Nana neben einer 'Petite' und einer 'Gold'. Die unterschiedlichen Blattgrößen und Farbnuancen erzeugen Tiefe.

Anubias eignet sich hervorragend als Epiphyt an vertikalen Elementen. Auf einer aufrecht stehenden Wurzel angebracht, begrunt sie mit der Zeit die gesamte Oberfläche. Das sieht aus wie ein Stück Regenwald — und bietet deinen Garnelen vertikale Weideflächen vom Boden bis zur Wasseroberfläche.

Kombination mit anderen Pflanzen

Die langsam wachsende Anubias ergänzt sich am besten mit:

  • Moos auf dem gleichen Hardscape — für Texturkontrast
  • Schwimmpflanzen darüber — als natürlicher Lichtfilter gegen Algen
  • Schnellwachser wie Hornkraut oder Vallisnerien im Hintergrund — für den Nährstoffentzug
  • Bucephalandra daneben — ähnliche Ansprüche, andere Blattform

Was du vermeiden solltest: Anubias direkt neben stark wuchernde Pflanzen setzen, die sie überwachsen und beschatten. Anubias braucht zwar nicht viel Licht, aber gar keines ist dann doch zu wenig. Ein Javamoos-Polster, das über die Anubias-Blätter wächst, solltest du gelegentlich zurückschneiden.

Anubias emers — Paludarium und Wabi-Kusa

Alle Anubias-Arten wachsen auch emers, also über Wasser. In Paludarien und offenen Aquarien können sie an der Wasserlinie gepflanzt werden und wachsen halb untergetaucht. Die emersen Blätter werden größer und fester als unter Wasser. In Wabi-Kusa-Arrangements (bepflanzte Steine, die aus dem Wasser ragen) sind Anubias-Miniaturformen ein fester Bestandteil. Für Garnelenhalter mit offenen Becken eine schöne Option, die zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet.

Alle Artikel im Garnelen-Wiki

Garnelen auf dem Marktplatz kaufen