Teil von: Aquascaping — Der komplette Guide für Garnelenbecken
Nano-Aquascaping: Große Kunst im kleinen Becken
Aquascaping im Nano-Becken: Gestaltungstipps, Materialwahl und Proportionen für Becken von 10 bis 30 Litern.
Warum Nano-Aquascaping eine eigene Disziplin ist
Nano-Aquascaping ist nicht einfach Aquascaping in klein. Es ist ein komplett eigenes Spiel mit eigenen Regeln. Was in einem 200-Liter-Becken funktioniert, scheitert auf 20 Litern kläglich — und umgekehrt. Die Faszination: Auf engstem Raum eine Unterwasserwelt zu schaffen, die so überzeugend wirkt, dass der Betrachter vergisst, wie klein das Becken eigentlich ist.
Proportionen bestimmen alles. Ein Stein, der in einem großen Becken langweilig wirkt, wird im Nano zum dominanten Felsen. Eine Wurzel, die im 100-Liter-Becken ein netter Akzent ist, erschlägt ein 20-Liter-Cube. Das Auge des Betrachters hat keinen Maßstab — es nimmt das Becken als eigenständige Welt wahr. Und in dieser Welt müssen die Verhältnisse stimmen, sonst wirkt alles unstimmig.
Das heißt konkret: Alles muss kleiner sein. Kleinere Steine, dünnere Wurzeln, feinblättrige Pflanzen. Was du in einem großen Becken als „zu klein" empfindest, hat im Nano genau die richtige Wirkung. Ein 3-cm-Drachenstein wird zum Felsbrocken. Ein Ästchen Spiderwood wird zum Baumstamm. Diese Verschiebung der Perspektive ist der Kern von Nano-Aquascaping.
Die Herausforderung: Wenig Fehlertoleranz. In einem großen Becken kannst du einen Stein falsch setzen, und es fällt kaum auf. Im Nano sieht man jeden Fehler. Ein schiefer Stein, ein zu dickes Stück Holz, eine zu große Pflanze — alles sticht sofort ins Auge. Das klingt abschreckend, ist aber auch die Chance: Wenn alles stimmt, hat ein Nano-Aquascape eine Intensität, die große Becken selten erreichen.
Vorteile fürs Garnelen-Hobby. Nano-Becken und Garnelen gehören zusammen wie Moos und Biofilm. Die Grundlagen für gelungene Unterwasserlandschaften findest du im Aquascaping-Guide. Garnelen brauchen keine riesigen Becken — eine Kolonie von 10 bis 20 Neocaridina fühlt sich in einem 20-Liter-Cube pudelwohl. Die Tiere sind klein genug, um die Proportionen nicht zu sprengen. Und der Kostenfaktor ist unschlagbar: Ein komplettes Nano-Aquascape mit Garnelen kostet einen Bruchteil eines großen Setups.
Wettbewerbe und Community. In der internationalen Aquascaping-Szene gibt es eigene Nano-Kategorien — auch auf Garnelen-Events im DACH-Raum werden regelmäßig beeindruckende Nano-Setups gezeigt. Dort zeigen Hobbyisten, was auf 20 bis 30 Litern möglich ist — und die Ergebnisse sind atemberaubend. Mini-Berglandschaften, winzige Waldszenen, abstrakte Felsformationen. Die Szene ist inspirierend und ein guter Startpunkt, wenn du nach Ideen suchst.
Geduld. Das Wichtigste bei Nano-Aquascaping: Es braucht Zeit. Die Einrichtung geht schnell, aber bis Pflanzen eingewachsen sind, Moose die Steine bedecken und das Layout „reif" aussieht, vergehen Monate. Ein frisch eingerichteter Nano sieht fast immer etwas karg aus. Nach drei Monaten sieht er gut aus. Nach sechs Monaten sieht er großartig aus. Nicht aufgeben. Wer Inspiration braucht, findet in unseren Garnelen-Einrichtungsideen zehn konkrete Layouts zum Nachbauen — mehrere davon speziell für Nano-Becken.
Das richtige Nano-Becken
Nicht jedes kleine Becken eignet sich fürs Aquascaping. Die Form, die Glasqualität und die Proportionen machen einen erheblichen Unterschied.
Cube vs. rechteckig. Nano-Cubes (gleiche Seitenlängen: 20x20x20 cm, 25x25x25 cm, 30x30x30 cm) sind der Klassiker. Sie bieten ausgewogene Proportionen, die es einfacher machen, ein harmonisches Layout zu gestalten. Die Frontscheibe ist quadratisch — das gibt dir eine natürliche Rahmung für dein Aquascape.
Rechteckige Nano-Becken (z.B. 30x20x20 oder 45x27x30) funktionieren ebenfalls gut und bieten teilweise mehr Gestaltungstiefe. Der breitere Vordergrund ermöglicht ausgeprägtere Tiefenwirkung — Bodengrund ansteigend nach hinten, und das Auge interpretiert den Anstieg als Fernsicht.
Beckengrößen und ihre Möglichkeiten:
10 Liter (ca. 20x20x25 cm): Das absolute Minimum für ein Aquascape mit Garnelen. Sehr wenig Spielraum, aber für ein minimalistisches Layout (ein Stein, ein Moospolster, Sand) ausreichend. Maximal 5–10 Garnelen. Wasserwerte schwanken schnell — tägliche Kontrolle empfohlen.
20 Liter (ca. 25x25x30 cm oder 30x25x25 cm): Der Sweet Spot für Nano-Aquascaping mit Garnelen. Genug Platz für ein vollständiges Layout mit Hardscape, Pflanzen und einem hübschen Bodendecker. 15–20 Garnelen fühlen sich hier wohl. Stabilere Werte als im 10-Liter.
30 Liter (ca. 30x30x30 cm oder 45x27x30 cm): Das ideale Nano-Becken für Einsteiger. Großzügig genug für aufwendigere Layouts, stabile Wasserwerte, Platz für 20–30 Garnelen. In einem 30-Liter-Cube kannst du die meisten Aquascaping-Stile umsetzen — vom Iwagumi bis zum Waldlayout.
Glasqualität. Weißglas (auch: Optiwhite, Ultra Clear) macht einen spürbaren Unterschied. Normales Floatglas hat einen leichten Grünstich, den du besonders an den Kanten siehst. Weißglas ist farbneutral und lässt die Farben der Garnelen und Pflanzen natürlich erscheinen. Kostet etwas mehr, aber bei einem Nano ist der Preisunterschied überschaubar.
Offenes Becken oder mit Abdeckung? Offene Becken sehen besser aus und ermöglichen emerse Pflanzen, die über den Wasserrand hinauswachsen. Nachteil: Verdunstung (tägliches Nachfüllen mit Osmosewasser), Springgefahr für manche Garnelenarten und Staub auf der Wasseroberfläche. Eine Abdeckscheibe ist praktischer, schränkt aber die Optik ein. Tipp: Abdeckscheibe aus klarem Glas (nicht Kunststoff) und leicht aufgelegt — hält die Verdunstung in Grenzen, sieht okay aus, und Garnelen kommen nicht raus.
Platzierung. Ein Nano-Becken ist kein Möbelstück, das irgendwo hinpasst. Wichtig: Kein direktes Sonnenlicht (Algenexplosion und Temperatursprünge). Fester, waagrechter Untergrund. Nicht neben der Heizung und nicht im Durchzug. Stromversorgung in der Nähe (Filter, Licht, eventuell Heizer). In der Nähe eines Wasseranschlusses erleichtert Wasserwechsel enorm.
Materialien in Miniatur
Der häufigste Anfängerfehler im Nano-Aquascaping: zu große Materialien. Ein 10-cm-Stein, der in einem 100-Liter-Becken dezent wirkt, dominiert in einem 20-Liter-Cube das gesamte Layout. Proportionen anpassen ist das A und O.
Steine: Klein denken. Für einen 20-Liter-Nano brauchst du Steine in der Größe von 2 bis 6 cm. Ein Hauptstein von 5–6 cm, zwei bis drei Nebensteine von 2–3 cm — das reicht für ein schönes Iwagumi. Mehr Steine überfrachten das Layout und lassen keinen Raum für offene Flächen.
Welche Steinart? Drachenstein ist der Klassiker für Nano-Becken. Seine löchrige Struktur erzeugt Details, die auf kleinem Raum wie Felsspalten und Höhlen wirken. Lavastein funktioniert ebenfalls gut — die raue Oberfläche bildet schnell Biofilm für deine Garnelen.
Tipp: Steine brechen. Wenn du nur große Steine findest, brich sie mit einem Hammer und Meißel in kleinere Stücke. Die Bruchkanten sehen natürlicher aus als glatt gesägte Flächen. Sicherheitsbrille tragen!
Mini-Wurzeln. Nicht jede Wurzel passt in ein Nano. Spiderwood gibt es in kleinen Stücken, die wie Miniatur-Bäume wirken — perfekt für den Waldlayout-Effekt im Kleinen. Kleine Red-Moor-Stücke eignen sich für organische, naturnahe Layouts. Cholla-Holz in kurzen Stücken (5–8 cm) ist ein funktionales Versteck und passt proportional gut.
Finger weg von Talawa oder großen Moorkien-Wurzeln im Nano — die sind zu massiv und erdrücken das Layout.
Proportions-Trick: Die 1/3-Regel. Der höchste Punkt deines Hardscapes sollte ungefähr ein Drittel bis die Hälfte der Beckenhöhe einnehmen. In einem 25 cm hohen Cube also 8–12 cm. Höher wirkt es erdrückend, niedriger zu flach. Das gilt für Steine und Holz gleichermaßen.
Feines Substrat. Im Nano fällt der Bodengrund besonders ins Auge. Grober Kies sieht in einem kleinen Becken unproportional aus — wie Felsbrocken auf einem Spielfeldmodell. Feiner Sand (0,5–1 mm) oder feiner Soil (1–2 mm Körnung) passen besser zum Maßstab. Der feinere Bodengrund verstärkt die Illusion eines großen Raums.
Bodengrund-Gefälle. Auch im Nano gilt: hinten hoch, vorne flach. 4–6 cm im Hintergrund, 1–2 cm vorne. Das erzeugt Tiefenwirkung und gibt Hintergrundpflanzen genug Substrat zum Wurzeln. Bei steilen Gefällen kannst du kleine Schieferstücke als Terrassenmauer verwenden — die stabilisieren und sehen natürlich aus.
Hardscape-Planung. Bevor du Wasser ins Becken füllst: Hardscape trocken aufbauen. Verschiedene Anordnungen ausprobieren. Fotos machen, aus verschiedenen Winkeln betrachten. Im Nano fällt jede Unstimmigkeit auf — nimm dir die Zeit, bis es sitzt. Manche Aquascaper bauen ihr Nano-Layout drei oder vier Mal um, bevor sie zufrieden sind. Das ist normal. Das ist Teil des Spaßes.
Weniger Teile, mehr Wirkung. Im Nano gilt verschärft: Weniger ist mehr. Ein einzelner Stein auf einer offenen Sandfläche, seitlich ein kleines Mooskissen, im Hintergrund drei Stängel Rotala — das kann überzeugender sein als ein vollgestopftes Layout mit sechs Steinen, drei Wurzeln und zehn Pflanzenarten. Die Garnelen auf dem hellen Sand krabbeln zu sehen, ist ohnehin die Hauptattraktion.
Pflanzen für Nano-Aquascapes
Pflanzenauswahl im Nano ist wie Casting für einen Film in einem kleinen Theater: Jeder muss seine Rolle perfekt ausfüllen, und es gibt keinen Platz für Statisten.
Kleine Bodendecker. Im Nano wirken Bodendecker besonders eindrucksvoll, weil der Teppich den gesamten sichtbaren Vordergrund bedecken kann — das sind vielleicht 10x15 cm, aber das reicht für den „grüne Wiese"-Effekt. Bodendecker ohne CO2: Marsilea hirsuta (wird nur 2–3 cm hoch, perfekte Proportionen), Helanthium tenellum (etwas höher, grasig), Monte Carlo (die runden Blättchen sehen im Nano fantastisch aus).
Mit CO2: HC Cuba bildet den flachsten Teppich und ist im Nano am wirkungsvollsten. Glossostigma funktioniert ebenfalls, kann aber im Nano zu schnell zu dicht werden.
Mini-Moose. Moose sind im Nano unverzichtbar. Sie füllen Lücken, bedecken Hardscape und bieten Garnelen-Babys Schutz. Besonders geeignet für Nano-Becken:
Flame-Moos: Wächst aufrecht in kleinen Büscheln, wird 5–15 cm hoch — lässt sich durch regelmäßigen Schnitt kompakt bei 3–5 cm halten. Perfekt auf kleinen Steinen oder am Fuß einer Mini-Wurzel.
Riccardia (Korallenmoos): Wächst extrem kompakt und flach. Auf einem Stein aufgebunden sieht es aus wie ein Miniatur-Moospolster. Braucht allerdings mehr Licht als Javamoos.
Christmas-Moos: Die dreieckige Wuchsform ist dekorativ und bleibt kompakter als Javamoos. Gut geeignet für Nano-Proportionen.
Weeping-Moos: Hängt nach unten — auf einem erhöhten Stein oder Ast erzeugt es einen Wasserfall-Effekt im Miniaturformat.
Javamoos geht natürlich auch, wächst aber unter guten Bedingungen recht wuchtig und muss im Nano öfter getrimmt werden.
Aufsitzerpflanzen — aber die richtigen. Anubias barteri var. nana? Geht im Nano, aber grenzwertig — die Pflanze wird 5–10 cm hoch und kann in einem 20-Liter-Cube dominant wirken. Besser: Anubias nana 'Petite' — nur 2–5 cm groß, winzige Blätter, perfekte Nano-Proportionen.
Bucephalandra in kleinen Sorten (es gibt Dutzende Varianten) funktioniert hervorragend. Die schmalen, oft schillernden Blätter bleiben klein und wachsen langsam — genau richtig fürs Nano.
Javafarn 'Trident' hat schmalere Blätter als die Standardform und bleibt kompakter. Trotzdem: im hinteren Drittel platzieren, er kann 10–15 cm werden.
Was zu groß wächst. Manche Pflanzen sind fürs Nano tabu, weil sie den Rahmen sprengen:
Echinodorus (Schwertpflanzen) — die meisten handelsüblichen Arten werden 35–60 cm groß, bilden becken-füllende Blattrosetten und übernehmen das ganze Becken. Vallisnerien — wachsen wie Unkraut und erreichen schnell die Wasseroberfläche, wo die Blätter umknicken. In einem 25 cm hohen Nano ein optisches Desaster. Javafarn Standardform — wird bis 50 cm groß und passt einfach nicht. Hornkraut — wächst so schnell, dass du wöchentlich kürzen musst. Für die Einfahrphase als Nährstoffzehrer okay, danach raus damit.
Stängelpflanzen im Hintergrund. Für den Hintergrund des Nanos eignen sich kompakte Stängelpflanzen: Rotala rotundifolia (wird dicht und buschig nach dem Schnitt), Ludwigia super mini red (klein, rötlich, tolles Farbspiel). Stängelpflanzen im Nano erfordern regelmäßigen Rückschnitt — alle zwei Wochen obere Triebe abschneiden und als Stecklinge wieder einsetzen. So bleibt der Hintergrund dicht und die Pflanzen wachsen nicht über den Beckenrand hinaus.
Schwimmpflanzen — dosiert einsetzen. Im Nano reichen drei bis fünf Froschbiss-Rosetten oder eine Handvoll Salvinia. Mehr bedeckt die Oberfläche komplett und nimmt den Unterwasserpflanzen das Licht. Die Wurzeln der Schwimmpflanzen sind trotzdem wertvoll: Garnelen hängen daran und grasen Biofilm ab.
Nano-Aquascaping und Garnelen
Nano-Becken sind DAS Garnelen-Format. Die allermeisten Garnelenhalter starten mit einem Nano — und viele bleiben dabei, auch wenn das Hobby wächst. Warum? Weil Garnelen in einem liebevoll gestalteten Nano-Aquascape schlicht am besten zur Geltung kommen.
Besatzdichte. Die Faustregel: 1–2 Garnelen pro Liter sind bei Neocaridina ein guter Richtwert. In einem 20-Liter-Cube also 20–40 Tiere, wobei du mit 10–15 startest und den Rest der Natur überlässt. Bei Caridina (empfindlicher, weniger Nachwuchs) rechne mit 10–15 Tieren in einem 20-Liter-Becken.
Wichtig: In einem dicht bepflanzten Nano-Becken mit gutem Biofilm reguliert sich die Population weitgehend selbst. Die Garnelen vermehren sich, bis die Ressourcen erschöpft sind, und pendeln sich dann bei einer stabilen Anzahl ein. Überbevölkerung ist bei Neocaridina selten ein Problem — die Sterberate gleicht die Geburtenrate irgendwann aus.
Welche Garnelen fürs Nano?
Neocaridina davidi (Red Fire, Sakura, Blue Dream, Yellow Fire etc.): Die perfekten Nano-Bewohner. Robust, farbenfroh, vermehrungsfreudig, und sie kommen mit den leichten Parameterschwankungen in kleinen Becken besser zurecht als Caridina. Ideale Anfänger-Garnelen fürs erste Nano-Aquascape.
Caridina logemanni (Crystal Red, Crystal Black): Wunderschön, aber anspruchsvoller. Brauchen Soil für den pH-Puffer, weiches Wasser, stabile Temperaturen. In einem gut eingerichteten Nano mit Soil durchaus machbar, aber nicht die beste Wahl für den ersten Versuch.
Caridina logemanni-Hybriden (Taiwan Bees, Shadow Bees): High-Grade-Garnelen für erfahrene Halter — entstanden aus selektiver Zucht und Kreuzung verschiedener *C. logemanni*-Linien. In Nanos haltbar, aber die geringere Wassermenge macht Parameterschwankungen kritischer. Empfehlung: Erst mit Neocaridina üben, dann upgraden.
Caridina multidentata (Amano-Garnelen): Ausgezeichnete Algenfresser, aber mit 4–6 cm Endgröße brauchen sie mindestens 54 Liter (60 cm Kantenlänge). Für Nano-Becken unter 54 Litern sind sie nicht geeignet. Mindestens 5–10 Tiere halten — Amanos sind ausgeprägte Gruppentiere.
Technik im Nano. Weniger ist mehr, aber ganz ohne geht es nicht:
Filter: Ein Schwammfilter (luftbetrieben) ist die sicherste Option für Garnelen-Nanos. Kein Ansaugrisiko für Jungtiere, biologische Filterung, und der Schwamm selbst wird zum Biofilm-Buffet. Alternativ ein kleiner Rucksackfilter mit Schwamm-Vorfilter vor dem Ansaugrohr.
Beleuchtung: Eine gute LED-Leuchte, die zum Becken passt. Für Nano-Cubes gibt es passende Aufsteckleuchten (Chihiros WRGB II Slim, ONF Flat Nano etc.). 15–25 Lumen pro Liter reichen für die meisten Pflanzen ohne CO2. Mehr Licht ohne CO2 provoziert Algen.
Heizer: In beheizten Wohnräumen (20–24°C) brauchen Neocaridina oft keinen Heizer. Für Caridina oder in kühlen Räumen ein 25–50 Watt Mini-Heizer mit Thermostat. Heizmatten unter dem Becken sind platzsparender, aber schwieriger zu regulieren.
Thermometer: Pflicht. Im Nano schwankt die Temperatur schnell. Ein Klebethermometer an der Außenseite reicht — die genauen Werte bekommst du mit einem digitalen Thermometer.
Wartung. Nano-Becken brauchen regelmäßigere Pflege als große Becken. Wöchentlicher Wasserwechsel (10–20 % des Volumens), Scheiben putzen, abgestorbene Blätter entfernen, Garnelen zählen. In Summe 15–20 Minuten pro Woche — das ist überschaubar.
3 Nano-Layouts zum Nachmachen
Genug Theorie. Hier drei konkrete Layouts, die du in einem 20- bis 30-Liter-Cube nachbauen kannst. Erprobt, garnelentauglich und auch ohne CO2 machbar.
Layout 1: Mini-Iwagumi
Das Iwagumi ist der puristischste Aquascaping-Stil — Steine und Bodendecker, sonst nichts. Im Nano entfaltet es eine meditative Ruhe.
Material: 3–5 Steine (Drachenstein oder Lavastein), feiner Sand oder Soil, ein Bodendecker (Marsilea hirsuta ohne CO2, HC Cuba mit CO2).
Aufbau: Der größte Stein (Oyaishi — der Hauptstein) kommt auf den Goldenen Schnitt, leicht nach rechts oder links von der Mitte versetzt. Zwei kleinere Steine (Fukuishi und Soeishi) gruppierst du in der Nähe, leicht nach hinten oder seitlich. Sie stützen den Hauptstein optisch. Eventuell ein oder zwei Mini-Steine (Suteishi — Opfersteine) als Streusel davor.
Bodengrund: Hinten 4–5 cm aufbauen, vorne 1–2 cm. Bodendecker in den gesamten Boden pflanzen, die Steine dabei aussparen. Geduld: Ohne CO2 dauert es Monate, bis der Teppich dicht ist. Die Dry-Start-Methode beschleunigt das enorm.
Garnelen: 15–20 Neocaridina in einer leuchtenden Farbe — Red Sakura auf grünem Teppich ist ein Klassiker. Die Garnelen patrouillieren zwischen den Steinen und grasen auf dem Teppich. Die Steinspalten dienen als Häutungsversteck.
Pflege: Bodendecker alle 4–6 Wochen trimmen. Algen auf den Steinen werden von den Garnelen gefressen.
Layout 2: Mini-Waldbach
Ein Stück Waldoden unter Wasser — organisch, natürlich, gemütlich.
Material: 1 kleines Stück Spiderwood oder Red Moor, 2–3 kleine Steine, Soil, Moose (Christmas-Moos, Flame-Moos), Bucephalandra (2–3 kleine Büschel), Rotala rotundifolia (Hintergrund), ein paar Schwimmpflanzen.
Aufbau: Die Wurzel leicht schräg in das rechte oder linke Drittel setzen, als wäre sie dort angespült worden. Steine am Fuß der Wurzel platzieren — sie sehen aus, als hätte der Bach sie dort zusammengetragen. Soil im gesamten Becken, hinten höher.
Bepflanzung: Christmas-Moos auf die Wurzel binden (die Gabeln und Verästelungen). Bucephalandra an den Stamm kleben. Flame-Moos auf einen der Steine. Rotala in den Hintergrund pflanzen. Zwei bis drei Froschbiss-Rosetten an die Oberfläche setzen. Optional: Laub (Seemandelbaumblätter, zerkleinert) auf den Boden legen.
Garnelen: Perfekt für Caridina — das Holz senkt den pH leicht, die Moose bieten Verstecke, der Biofilm auf Holz und Laub ist erstklassig. 10–15 Crystal Red in diesem Setup sehen umwerfend aus.
Pflege: Moose trimmen, wenn sie zu groß werden. Laub nachlagen, wenn es sich zersetzt hat. Rotala zurückschneiden. Schwimmpflanzen ausdünnen.
Layout 3: Mooslandschaft
Für alle, die es pflegeleicht und anfängerfreundlich wollen. Kein CO2, wenig Licht, maximale Garnelen-Tauglichkeit.
Material: 3–4 kleine Lavasteine oder Drachensteine, Moose (Javamoos, Christmas-Moos, Weeping-Moos — drei verschiedene Arten für Abwechslung), ein Stück Cholla-Holz, Sand oder feiner Kies.
Aufbau: Steine als Hügellandschaft arrangieren — nicht gleichmäßig verteilt, sondern in einer Gruppe mit offenem Raum davor und dahinter. Cholla-Holz seitlich oder leicht versteckt hinter den Steinen.
Bepflanzung: Jedes Moos auf einen anderen Stein binden. Javamoos auf den größten Stein (wächst am schnellsten und bedeckt ihn zuerst). Christmas-Moos auf einen mittleren Stein. Weeping-Moos auf einen erhöhten Stein, damit es herunterhängen kann. Die verschiedenen Texturen erzeugen ein erstaunlich vielfältiges Bild.
Garnelen: Ideal für Neocaridina-Einsteiger. 15–20 Tiere, die sich innerhalb weniger Monate auf 40–50 vermehren. Die Moose bieten endlos Biofilm, die Cholla-Röhre dient als Hauptversteck, und die Steinspalten als Ausweichmöglichkeit. Garnelen-Paradies pur.
Pflege: Minimal. Moose alle 6–8 Wochen zurückschneiden. Cholla-Holz nach 6–12 Monaten ersetzen, wenn es sich zersetzt. Wöchentlich 10–15 % Wasser wechseln. Das war's. Ein Setup, das sich quasi selbst pflegt und trotzdem fantastisch aussieht. Perfekt für alle, die mehr Zeit mit Beobachten als mit Pflanzen-Trimmen verbringen wollen.
Auch Nano-Becken ab 20 Liter lassen sich im 3D Aquascape-Planer digital planen und per AR im eigenen Raum betrachten.