Garnelen-Glossar: 75 Fachbegriffe von A bis Z erklärt

Garnelen-Glossar: 75 Fachbegriffe aus Haltung, Zucht und Wasserchemie — von Aufwuchs bis Zuchtstamm, kurz erklärt mit weiterführenden Links.

Warum ein Glossar?

Garnelen-Aquaristik steckt voller Fachbegriffe. GH, KH, TDS, Ecdysis, Soil, Culling, Grading — wer als Anfänger in ein Forum schaut, versteht erstmal nur Bahnhof. Und selbst erfahrene Halter stolpern gelegentlich über Begriffe aus der Biologie oder Wasserchemie.

Dieses Glossar erklärt die wichtigsten Fachbegriffe rund um Garnelenhaltung, -zucht und Aquaristik. Jeder Begriff bekommt eine knappe Definition in 1–3 Sätzen. Wo es einen passenden Wiki-Artikel gibt, ist er verlinkt — so kannst du direkt tiefer einsteigen.

Die Begriffe sind alphabetisch sortiert und in thematische Blöcke gegliedert: Wasserchemie, Biologie, Arten & Varianten, Zucht, Technik & Ausstattung, Futter & Ernährung sowie Krankheiten. Wer sich mit anderen Haltern über Fachbegriffe austauschen will, findet auf Garnelen-Events und Börsen im DACH-Raum die beste Gelegenheit.

Wasserchemie

Ammoniak (NH₃) — Giftiges Gas, das sich bei hohem pH aus Ammonium bildet. Ab 0,02 mg/l für Garnelen gefährlich. Je höher der pH, desto mehr NH₃ im Wasser.

Ammonium (NH₄⁺) — Weitgehend harmloses Abbauprodukt von Eiweiß (Futter, Kot, tote Tiere). Wird im Stickstoffkreislauf von Bakterien zu Nitrit umgewandelt. Steht mit Ammoniak im pH-abhängigen Gleichgewicht.

Aufhärtesalz — Mineralsalz-Mischung, die dem Osmosewasser zugefügt wird, um GH (und ggf. KH) auf den gewünschten Wert zu bringen. Verschiedene Salze für Neocaridina (GH/KH+) und Caridina (GH+).

CO₂ (Kohlendioxid) — Gas, das Pflanzen für die Photosynthese brauchen. In High-Tech-Becken über CO₂-Anlagen zugeführt. In Low-Tech- und Walstad-Becken reicht das natürlich vorhandene CO₂.

Chlor / Chloramin — Desinfektionsmittel im Leitungswasser. Chlor gast bei Belüftung innerhalb weniger Stunden aus, ohne Belüftung kann es bis zu 24 Stunden dauern. Chloramin (Chlor-Ammoniak-Verbindung) ist deutlich stabiler und gast nicht von selbst aus — es muss mit Wasseraufbereiter neutralisiert werden.

EC (Electrical Conductivity) — Elektrische Leitfähigkeit des Wassers, gemessen in µS/cm. Zeigt die Gesamtmenge gelöster Ionen an. Siehe Leitwert.

GH (Gesamthärte) — Misst die Konzentration von Kalzium- und Magnesium-Ionen im Wasser, angegeben in °dH (Grad deutsche Härte). Entscheidend für die Panzerbildung bei Garnelen. Neocaridina: GH 6–15, Caridina: GH 4–6. Mehr dazu: Wasserwerte.

Härtegrad (°dH) — Deutsche Einheit für Wasserhärte. 1 °dH entspricht 10 mg/l Calciumoxid (CaO) bzw. 17,848 mg/l Calciumcarbonat (CaCO₃). In der Aquaristik für GH und KH verwendet.

Huminsäuren — Natürliche organische Säuren, die beim Zerfall von Pflanzenmaterial entstehen. Färben das Wasser leicht braun, senken den pH und haben antimikrobielle Wirkung. Werden durch Seemandelbaumblätter, Erlenzapfen und Laub eingebracht.

KH (Karbonathärte) — Misst die Konzentration von Hydrogencarbonaten (HCO₃⁻). Puffert den pH-Wert gegen starke Schwankungen. Neocaridina: KH 2–8, Caridina (Bee): KH 0–2.

Leitwert — Elektrische Leitfähigkeit des Wassers in µS/cm (Mikrosiemens pro Zentimeter). Zeigt alles an, was im Wasser gelöst ist. Direkt gemessener Wert, genauer als TDS. Ausführlich erklärt: Leitwert & TDS.

Nitrat (NO₃⁻) — Endprodukt des Stickstoffkreislaufs. In normalen Konzentrationen (<25 mg/l) für Garnelen unbedenklich. Wird von Pflanzen als Nährstoff aufgenommen oder durch Wasserwechsel entfernt.

Nitrit (NO₂⁻) — Zwischenprodukt des Stickstoffkreislaufs, hochgiftig für Garnelen ab 0,3 mg/l. Tritt auf, wenn das Becken nicht vollständig eingefahren ist oder der Filter ausfällt.

Osmosewasser — Wasser, das durch eine Umkehrosmose-Membran gereinigt wurde. Enthält 95–99 % weniger gelöste Stoffe als Leitungswasser. Basis für Caridina-Becken, wird mit Aufhärtesalz remineralisiert. Siehe Osmosewasser-Guide.

pH-Wert — Maß für den Säuregrad des Wassers. 7,0 = neutral, darunter = sauer, darüber = basisch. Neocaridina: pH 6,5–8,0, Caridina: pH 5,5–6,8. Beeinflusst das Ammoniak/Ammonium-Gleichgewicht maßgeblich.

TDS (Total Dissolved Solids) — Gesamtmenge gelöster Feststoffe in ppm (parts per million). Wird nicht direkt gemessen, sondern aus dem Leitwert mit einem Faktor (0,5–0,7) berechnet. Verschiedene TDS-Meter können bei identischem Wasser unterschiedliche Werte anzeigen. Details: Leitwert & TDS.

Biologie & Anatomie

Abdomen — Hinterleib der Garnele, bestehend aus sechs Segmenten. Trägt die Schwimmbeine (Pleopoden) und beim Weibchen die Eier.

Aufwuchs — Sammelbegriff für den mikroskopischen Bewuchs auf Oberflächen im Aquarium: Bakterien, Algen, Pilze, Einzeller. Hauptnahrung von Zwerggarnelen. Eng verwandt mit Biofilm, aber umfassender. Mehr: Mikroorganismen.

Biofilm — Schleimige Schicht aus Bakterien, Algen und organischem Material, die sich auf allen Oberflächen bildet. Für Garnelen (besonders Jungtiere) die wichtigste Nahrungsquelle. Ausführlich: Biofilm-Guide.

Carapax — Der harte Rückenpanzer (Kopfbruststück) der Garnele, der Kopf und Brustbereich schützt. Wird bei jeder Häutung komplett abgeworfen und neu gebildet.

Chromatophoren — Farbzellen in der Haut von Garnelen. Enthalten Pigmente (Rot, Gelb, Schwarz, Blau) und können sich ausdehnen oder zusammenziehen. Steuern die Farbintensität — gestresste Garnelen ziehen Chromatophoren zusammen und wirken blasser.

Detritus — Feines, zersetztes organisches Material am Boden des Aquariums. Mischung aus Pflanzenresten, Futterpartikeln und Ausscheidungen. Nahrungsquelle für Garnelen, Schnecken und Bakterien.

Ecdysis — Der Häutungsprozess bei Krebstieren. Die Garnele sprengt ihren alten Panzer (Exuvie) und schlüpft heraus. Der neue Panzer ist zunächst weich und härtet innerhalb von 24–48 Stunden aus. Garnelen häuten sich alle 4–6 Wochen. Probleme? Siehe Häutungsprobleme.

Exuvie — Die abgestreifte Häutungshülle. Sieht aus wie eine „leere Garnele“. Wird oft von Mitbewohnern gefressen — sie enthält wertvolle Substanzen — Chitin (Biopolymer) und Mineralien wie Kalzium. Nicht entfernen!

Hämocyanin — Kupfer-basiertes Sauerstoff-Transportmolekül im Blut von Krebstieren (analog zum Eisen-basierten Hämoglobin bei Fischen). Weniger effizient als Hämoglobin, weshalb Garnelen empfindlicher auf Sauerstoffmangel reagieren. Verleiht dem Garnelenblut eine blaue Färbung.

Maxillipeden — Die drei Paar Kieferfüße am Kopf der Garnele (1., 2. und 3. Maxilliped). Dienen zum Festhalten, Sortieren und Zerkleinern von Nahrung. Bei Zwerggarnelen klein, bei Fächergarnelen zu fächerförmigen Fangborsten umgebildet.

Pleopoden — Schwimmbeine am Abdomen. Beim Weibchen besonders breit — dort werden die befruchteten Eier getragen und befächelt, bis die Jungtiere schlüpfen.

Rostrum — Der „Schnabel“ — der nach vorne ragende, sägeartige Fortsatz zwischen den Augen. Länge und Bezahnung variieren je nach Art und dienen der Artbestimmung.

Telson — Der Schwanzfächer am Ende des Abdomens. Dient zur schnellen Flucht: Mit einer Schwanzbewegung schießt die Garnele rückwärts durchs Wasser („Caridoid Escape Reaction“).

Uropoden — Seitliche Anhänge am Telson, bilden zusammen den Schwanzfächer. Garnelen fächern sie auf, wenn sie sich bedroht fühlen.

Arten & Varianten

Atyidae — Die Familie der Süßwasser-Zwerggarnelen. Umfasst die Gattungen Neocaridina, Caridina und viele weitere. Typisch: Kleine Scheren (Chelipeden), überwiegend Aufwuchsfresser.

Artenvielfalt: Fire Red, Blue Velvet, Orange Sakura und Black Rose Neocaridina im bepflanzten Becken

Bee Shrimp (Bienengarnele) — Sammelbezeichnung für Crystal Red, Crystal Black und ihre Varianten. Wissenschaftlich: *Caridina logemanni*. Braucht weiches, saures Wasser.

Caridina — Große Gattung innerhalb der Atyidae. In der Aquaristik vor allem *C. logemanni* (Bee), *C. mariae* (Tiger) und Sulawesi-Arten. Bienen- und Tigergarnelen brauchen weiches, saures Wasser; Sulawesi-Arten weiches bis mittelhartes, alkalisches Wasser. Vergleich: Neocaridina vs. Caridina.

Fächergarnele — Große Garnelen (bis 12 cm) der Gattungen Atyopsis und Atya. Filtern Nahrung mit fächerförmigen Fangborsten aus der Strömung. Friedlich, aber brauchen kräftige Strömung. Steckbrief: Fächergarnele.

Neocaridina — Gattung der robusten Zwerggarnelen. In der Aquaristik fast ausschließlich *N. davidi*. Toleriert hartes Leitungswasser, ideal für Anfänger. Alle Farbvarianten (Cherry, Blue Dream, etc.) gehören zur selben Art.

Rili — Farbmuster bei Neocaridina: Kopf und Schwanz farbig, Körpermitte transparent. Gibt es in Rot (Red Rili), Blau (Blue Rili), Gelb (Yellow Rili), Orange (Orange Rili) und Carbon (Carbon Rili).

Sakura — Grading-Stufe bei Neocaridina: Deckende, kräftige Färbung mit nur wenigen transparenten Stellen. Höher als Fire, niedriger als Painted Fire Red. Z. B. Red Sakura, Orange Sakura, Black Sakura.

Sulawesi-Garnelen — Sammelbezeichnung für Garnelenarten von der indonesischen Insel Sulawesi (z. B. Kardinalsgarnele). Brauchen warmes (26–30 °C), weiches bis mittelhartes, aber alkalisches Wasser (pH 7,5–8,5, GH 4–6, KH 3–5) mit speziellem Mineralsalz. Anspruchsvollste Garnelen in der Aquaristik. Guide: Sulawesi-Garnelen.

Taiwan Bee — Farbvarianten mit komplexem genetischem Hintergrund (Hybriden aus *C. logemanni* × *C. mariae*). Bekannte Formen: King Kong (komplett schwarz), Red Ruby (komplett rot), Blue Bolt (blau mit weißem Kopf), Panda (schwarz-weiß). Steckbrief: Taiwan Bee.

Tiger-Garnele — *Caridina mariae*. Erkennbar an den vertikalen Streifen auf dem Körper. Varianten: OE (Orange Eye), Super Tiger, Aura Blue Tiger. Braucht mittelhartes Wasser.

Wildform — Die ursprüngliche, nicht selektierte Form einer Garnelenart. Bei Neocaridina: Graubraun-transparent, gut getarnt. Steckbrief: Wildform Neocaridina. Kreuzungen verschiedener Farbvarianten führen langfristig zur Rückentwicklung in Richtung Wildform.

Zucht & Genetik

Backfire (Rückkreuzung) — Kreuzung eines Nachkommen mit einem Elterntier oder einem genetisch ähnlichen Tier. In der Garnelenzucht genutzt, um bestimmte Merkmale zu festigen. Risiko: Inzuchtdepression.

Tragendes Neocaridina-Weibchen mit Eiern neben Häutung und winzigem Jungtier auf Weihnachtsmoos

Berried (tragend) — Englischer Fachbegriff für ein Weibchen, das Eier unter dem Abdomen trägt. Die Eier sehen aus wie kleine Beeren (daher „berried“). Tragezeit: 3–4 Wochen je nach Temperatur. Erkennung: Trächtige Garnelen erkennen.

Culling (Selektion) — Das Aussortieren von Tieren, die nicht dem Zuchtziel entsprechen. In der Garnelenzucht: Tiere mit schwächerer Farbe werden aus dem Zuchtbecken entfernt und in ein separates Mischbecken gesetzt. Ethisch umstritten, aber für Farbzucht notwendig. Mehr: Selektive Zucht.

Dominante/Rezessive Vererbung — Grundprinzip der Genetik. Dominante Gene setzen sich bei Mischerbigen (heterozygoten) Tieren durch. Rezessive Gene werden nur sichtbar, wenn sie von beiden Elternteilen vererbt werden.

F1, F2, F3... — Bezeichnung für aufeinanderfolgende Generationen in der Zucht. F1 = erste Generation nach einer Kreuzung, F2 = deren Nachkommen usw. In der F2-Generation treten rezessive Merkmale auf.

Grading — Bewertung der Farbqualität und Deckkraft einer Garnele. Bei Neocaridina: Fire < Sakura < Painted Fire Red. Bei Crystal Red: SSS > SS > S > A > B > C. Ausführlich: Grading-System.

Heterozygot — Mischerbig — das Tier trägt zwei verschiedene Allele für ein Merkmal (z. B. ein Gen für Rot und eines für Wildfarbe). Äußerlich kann es farbig wirken, vererbt aber nicht reinerbig.

Homozygot — Reinerbig — das Tier trägt zwei identische Allele für ein Merkmal. Vererbt das Merkmal zuverlässig an alle Nachkommen. Ziel der Linienzucht.

Inzuchtdepression — Negative Folgen von zu enger Verwandtschaftszucht: Sinkende Fruchtbarkeit, schwächeres Immunsystem, geringere Farbqualität, weniger Jungtiere. Gegenübersteuern: Regelmäßig nicht verwandte Tiere einkreuzen.

Kreuzung — Verpaarung von Tieren verschiedener Farblinien. Bei Neocaridina: Alle Farben können sich kreuzen (gleiche Art), Ergebnis oft Wildfarbe. Neocaridina × Caridina: Kreuzung unmöglich (verschiedene Gattungen). Details: Farblinien kreuzen.

Linienzucht — Zucht innerhalb einer geschlossenen Gruppe verwandter Tiere, um bestimmte Merkmale (Farbe, Muster) zu festigen. Erfordert konsequentes Culling und gelegentliches Einkreuzen von Blutfremden. Guide: Linienzucht.

Schwimmphase (Weibchen) — Kurze Phase nach der Häutung eines geschlechtsreifen Weibchens, in der es Pheromone abgibt. Männchen schwimmen dann hektisch durchs Becken („Paarungsschwimmen“). Innerhalb weniger Stunden findet die Befruchtung statt.

Zuchtstamm — Eine geschlossene Zuchtgruppe einer bestimmten Farbvariante. Ein guter Zuchtstamm besteht aus 20–30 Tieren, die über mehrere Generationen selektiert wurden. Startgruppe beim Kauf: Mindestens 10–15 Tiere für genetische Vielfalt.

Technik & Ausstattung

Bodengrund — Material am Boden des Aquariums. Für Garnelen gängig: Sand, feiner Kies, Soil. Beeinflusst Wasserchemie, Pflanzenwachstum und Optik. Vergleich: Soil vs. Kies. Einrichtung: Bodengrund-Guide.

HMF (Hamburger Mattenfilter) — Schaumstoffmatte, die das Aquarium an einer Seite oder Ecke abtrennt. Dahinter sitzt eine Luftheberpumpe. Große biologische Filterfläche, garnelenfreundlich (kein Einsaugen von Jungtieren), wartungsarm. Beliebt in der Garnelenhaltung.

In-vitro-Pflanzen — Aquarienpflanzen, die im Labor in sterilem Nährmedium gezogen wurden. Garantiert frei von Schnecken, Algen, Parasiten und Pestiziden. Ideal für Garnelenbecken. Details: In-vitro-Pflanzen.

Luftheber — Antriebsprinzip für Filter: Aufsteigende Luftblasen ziehen Wasser durch einen Schwammfilter oder HMF. Sanfte, garnelensichere Strömung. Benötigt eine Membranpumpe.

Membranpumpe — Elektrische Pumpe, die Luft komprimiert und über einen Schlauch ins Aquarium fördert. Treibt Schwammfilter, HMF, Ausströmersteine und Luftheber an. In fast jedem Garnelenbecken vorhanden.

Nano-Aquarium — Aquarium mit einem Volumen von 10–60 Litern. Standardgröße für Garnelenhaltung. 20–30 Liter ist die goldene Mitte — groß genug für stabile Werte, klein genug für den Schreibtisch. Guide: Nano-Aquarium.

Osmoseanlage — Gerät zur Wasseraufbereitung. Drückt Leitungswasser durch eine semipermeable Membran, die 95–99 % der gelösten Stoffe zurückhält. Produziert reines Wasser (Permeat) und Abwasser (Konzentrat). Standard für Caridina-Haltung.

Schwammfilter — Einfacher biologischer Filter: Schwamm auf einem Steigrohr, angetrieben durch Luftheber. Garnelenfreundlich (kein Einsaugen), günstig, effektiv. Der Schwamm bietet riesige Besiedelungsfläche für Bakterien UND Biofilm — Garnelen grasen ständig darauf. Mehr: Filter.

Soil — Aktiver Bodengrund auf Tonbasis, speziell für Aquarien entwickelt. Senkt pH und KH, puffert das Wasser sauer. Unverzichtbar für Caridina-Becken. Erschöpft sich nach 12–24 Monaten. Bekannte Marken: ADA Amazonia, Tropica Soil, GlasGarten Environment. Vergleich: Soil vs. Kies.

Tröpfchenmethode — Schonendste Methode, um Garnelen an neues Wasser zu gewöhnen. Die Garnelen werden in ihrem Transportwasser belassen, und neues Beckenwasser tropft langsam (1–2 Tropfen/Sekunde) über 1–2 Stunden dazu. Verhindert osmotischen Schock.

Vollentsalzer — Alternative zur Osmoseanlage: Zwei-Säulen-System mit Mischbettharz, das alle Ionen aus dem Wasser entfernt. Kein Abwasser, aber Harz muss regelmäßig regeneriert oder ausgetauscht werden.

Futter & Ernährung

Artemia — Salzwasserkrebse (Artemia salina), die als Lebend- oder Frostfutter für Garnelen verwendet werden. Eiweißreich, gut zur Farbverstärkung. Nur als Ergänzungsfutter — nicht als Hauptnahrung.

Aufwuchs — Siehe Biologie-Sektion. Die wichtigste natürliche Nahrungsquelle: Biofilm, Algen und Mikroorganismen auf allen Oberflächen.

Baktärienkulturen (Starterbakterien) — Flüssige oder pulverförmige Präparate mit lebenden Nitrifikationsbakterien. Werden beim Einfahren zugegeben, um den Stickstoffkreislauf schneller in Gang zu bringen.

Brennnessel — Beliebtes DIY-Garnelenfutter. Getrocknete Brennnesselblätter enthalten viel Eiweiß, Eisen und Mineralien. Werden blanchiert oder als Pulver verabreicht. Sammeln nur fern von Straßen und Feldern (Pestizide!).

Flocken/Granulat — Fertiges Garnelenfutter in verschiedenen Formen. Hochwertige Produkte enthalten eine Mischung aus pflanzlichen und tierischen Bestandteilen. Sinkendes Futter bevorzugen — Garnelen fressen am Boden.

Mineraltabletten (Mineralkugeln) — Tabletten, die Mineralien (Kalzium, Magnesium, Spurenelemente) langsam ans Wasser abgeben. Unterstützen die Panzerbildung und Häutung. Ergänzung, kein Ersatz für korrekte Wasserhärte.

Mulm — Ansammlung von organischem Schlamm am Boden: Pflanzenreste, Futterpartikel, Kot, abgestorbene Organismen. In Maßen nützlich (Nahrung für Mikroorganismen), in Übermaß schädlich (Faulstellen, Ammoniak). Guide: Mulm-Management.

Spirulina — Blaualge (Cyanobakterium) mit hohem Eiweiß- und Carotinoid-Gehalt. Verstärkt rote und orangene Farben. In vielen hochwertigen Garnelenfuttern enthalten.

Walnussblätter / Eichenlaub — Natürliches Laub, das ins Becken gegeben wird. Setzt Huminsäuren und Gerbstoffe frei, senkt leicht den pH, bildet Biofilm. Garnelen grasen wochenlang darauf. Herbstlaub ohne Straßenkontakt sammeln.

Krankheiten & Probleme

Bakterielle Infektion — Sammelbezeichnung für durch Bakterien verursachte Erkrankungen. Symptome: Milchige Verfärbung, Rötungen, Gewebeverlust. Ursache meist Stress oder schlechte Wasserqualität. Details: Bakterielle Infektionen.

Cladogonium ogishimae — Parasitäre Grünalge (kein Pilz!), die als grüner „Rasen“ auf dem Panzer wächst. Sieht dramatisch aus, ist aber weniger gefährlich als echte Pilzinfektionen. Siehe Pilzerkrankungen.

Glasig / Milchig — Wenn Garnelen ihren transparenten Panzer verlieren und milchig-trüb werden, deutet das auf eine bakterielle Infektion oder Stress hin. Ausführlich: Milchige Garnelen.

Häutungsproblem — Die Garnele kann ihren alten Panzer nicht vollständig abstreifen. Ursache: Zu niedrige GH (Kalziummangel), zu große Wasserwertschwankungen, Stress. Kann tödlich enden. Mehr: Häutungsprobleme.

Muschelkrebse (Ostracoden) — Winzige (0,5–2 mm) Krebstiere mit zweiklappiger Schale. Tauchen gelegentlich massenhaft in Garnelenbecken auf. Für Garnelen harmlos, deuten aber auf Überfütterung hin.

Planarien — Kleine Plattwürmer (5–15 mm), erkennbar am dreieckigen Kopf. Können Junggarnelen und Eier fressen. Gelangen oft mit lebenden Pflanzen ins Becken. Bekämpfung: Planarien & Schädlinge.

Scutariella japonica — Strudelwurm (Ordnung Rhabdocoela), der sich als weiße Fäden am Rostrum (Kopffortsatz) oder an den Kiemen von Garnelen festsetzt. Kommt aus Asien, wird mit importierten Garnelen eingeschleppt. Bekämpfung: Salzbad. Mehr: Parasiten.

Vorticella — Glöckchentierchen — einzellige Organismen, die als weißer Pelz auf dem Garnelenpanzer sitzen. Kein direkter Parasit, sondern Kommensale, die Bakterien aus dem Wasser filtern. Tritt bei schlechter Wasserqualität massenhaft auf.

Weißer Rücken / White Line — Weißer Streifen entlang des Rückens, sichtbar durch den Panzer. Häufig ein rein genetisches Farbmerkmal (Chromatophoren in der Hypodermis, besonders bei Neocaridina), kann aber auch auf Häutungsvorbereitung hindeuten. Nicht verwechseln mit Muskelnekrose — die zeigt sich als milchig-weißes Gewebe im Inneren des Hinterleibs, nicht als Linie auf dem Panzer. Mehr: Weißer Rücken.

Allgemeine Aquaristik-Begriffe

Cycling (Einfahren) — Der Prozess, bei dem sich die nötigen Bakterienkulturen im neuen Aquarium aufbauen. Dauert 3–6 Wochen. Erst wenn Ammonium und Nitrit stabil bei 0 mg/l liegen, ist das Becken „eingefahren“ und bereit für Garnelen.

Emers — Über Wasser wachsend. Viele Aquarienpflanzen können sowohl unter Wasser (submers) als auch über Wasser (emers) wachsen. In Wabi-Kusa-Setups gezielt eingesetzt.

Kahmhaut — Öliger, schimmernder Film auf der Wasseroberfläche. Besteht aus Bakterien, Fetten und Proteinen. Behindert den Gasaustausch. Lösung: Oberflächenströmung erhöhen, Schwimmpflanzen einsetzen, Küchenpapier auf die Oberfläche legen und abziehen.

Nitrifizierung — Der biologische Abbauprozess: Ammonium → Nitrit → Nitrat. Durchgeführt von Nitrifikationsbakterien (Nitrosomonas, Nitrospira). Grundlage jedes biologischen Filters und der Wasserqualität im Aquarium.

Submers — Unter Wasser wachsend. Die meisten Aquarienpflanzen werden submers kultiviert. Pflanzen verändern ihre Blattform beim Übergang von emers zu submers (Umstellungsphase).

Vergesellschaftung — Das Zusammenhalten verschiedener Tierarten in einem Becken. Bei Garnelen kritisch: Viele Fische fressen Junggarnelen. Sichere Partner: Schnecken, Otocinclus. Zwergbuntbarsche (Apistogramma etc.) sind spezialisierte Jäger und fressen Garnelen aktiv — nicht empfehlenswert. Ausführlich: Vergesellschaftung.

Wasseraufbereiter — Flüssiges Präparat, das Chlor, Chloramin und Schwermetalle im Leitungswasser neutralisiert. Besonders nötig bei Wasserwechseln mit Leitungswasser. Vorsicht: Überdosierung vermeiden, manche Aufbereiter binden temporär Sauerstoff.

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